Sexuelle und körperliche Gewalt an Kindern
In unserem heutigem Blogeintrag widmet sich Udo Girg, Dipl.-Psychologie, Psychol. Psychotherapeut und Leitender Psychologe in der Heiligenfeld Familienklinik Waldmünchen einem sehr ernsten und schmerzhaften Thema: Sexuelle Gewalt an Kindern. In der Heiligenfeld Klinik Waldmünchen werden immer wieder Kinder, Jugendliche und deren Eltern behandelt, die Opfer von sexuellen Übergriffen geworden sind. Udo Girg erklärt, wie sich Betroffene fühlen und was in einer Therapie geschehen kann. Wir sind uns bewusst, dass wir hiermit ein Thema anschneiden, dass in unserer Gesellschaft immer noch tabuisiert ist. Gerade deshalb finden wir es umso wichtiger, dass wir darüber sprechen.
Den Gewaltkreislauf unterbrechen durch stationäre Familientherapie
ein Text von Udo Girg.
Im Jahr 2011 erfasste die Kriminalstatistik 12.444 Taten von sexuellen Übergriffen an Kindern. Damit stiegt die Zahl zum Vorjahr um 4,9 Prozent. Erschreckend! Und die Dunkelziffer ist noch viel höher. Die Auswirkungen von sexueller Gewalt an Kindern dauern meist ein Leben lang. Neben körperlichen Folgen, leiden Betroffene unter großen psychischen Belastungen.
Internetsucht – Gefangen im Netz
„Internetsucht“ – internet addiction disorder, IAD – wurde als Begriff erstmalig von Ivan Goldberg, New Yorker Psychiater und Pharmakologe und selbst begeisterter „net user“, verwendet. 1995 veröffentlichte er in der New York Times einen ersten, eher scherzhaft gemeinten, Artikel zur Aufklärung über die Gefahren der Internetnutzung. Aus dieser zunächst nicht ganz ernstgemeinten Überlegung erwuchs schnell ein Bewusstsein über das Abhängigkeits-Potenzial der Internetnutzung.
Die einschlägige Daten- und Studienlage hat allerdings auch bis heute noch nicht zu einer Einigung in wissenschaftlichen Fachkreisen geführt. Die „Internet-Abhängigkeit“ oder der „Pathologische Internet-Gebrauch“ sind noch nicht in der internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD) aufgenommen und damit auch nicht als eigenständige Erkrankung anerkannt. Zurzeit behilft man sich mit der Diagnose „Störung der Impulskontrolle“.
Wenn Kinder Eltern sind
Unser Wissen um Ursachen und Schutzfaktoren von psychosomatischen Erkrankungen wie Burnout, Depression und Angststörungen ist mittlerweile sehr ausgereift. Wir verfügen über gute Möglichkeiten der stationären Behandlung und Prävention. Wir wissen, dass diese psychischen Erkrankungen Symptome von erhöhter Stressbelastung im Alltag darstellen und dass immer mehr Menschen aller Bevölkerungsschichten davon betroffen sind.
Aber wie wirkt sich eine psychische Erkrankung auf die Familie der Betroffenen aus? Was bedeutet sie für den Ehepartner? Welche Auswirkungen hat sie auf die Kinder?
Aus der Therapie: Initiatische Schwertarbeit
„So wie ich mein Schwert führe, so führe ich auch mein Leben.“
Diese Erkenntnis spielt eine große Rolle, wenn in der Therapiegruppe mit dem Bokken, einem aus der fernöstlichen Kampfkunst entlehnten Holzschwert, gearbeitet wird. In Heiligenfeld nennen wir das “Initiatische Schwertarbeit”.
Das Schwert ist dabei Spiegel und Ausdruck, wie der Mensch zu sich und zur Welt steht. Es zeigt, wo durch alte Verhaltensmuster und Einstellungen noch Blockaden existieren. Bewusste Übung und eine immer wieder erneute Anbindung an die innere Quelle der Lebenskraft (Ki) – das untere Ende des Schwerts zeigt in der Ausgangshaltung in das körperliche Zentrum – führen zu Klarheit, Entschiedenheit, Bewusstheit und Präsenz. Geübt wird mit japanischen Holzschwertern in Einzel- und Partnerübungen. Ergänzend werden die Übungen durch reflektierende Gespräche, um das Erlebte auf die individuelle Lebenssituation zu beziehen.
Die Übungen mit japanischen Schwertern aus Holz dienen der Stärkung der eigenen Kraft, der Ich-Kraft, der vitalen Lebenskraft, der Standkraft sowie des Durchsetzungsvermögens und fördern Qualitäten der Klarheit wie Entschiedenheit, Konsequenz, Direktheit und die Fähigkeit, sich abzugrenzen und nein zu sagen. Sie helfen, zu mehr Selbstbewusstsein zu finden, mit Ängsten umzugehen und besser bei sich zu bleiben. Diese Übungen sind dadurch, dass sie unmittelbar erfahren werden können, sehr wirkungsvoll und auf die Herausforderungen des Alltags gut übertragbar.
Die Initiatische Therapie vereinigt den Ansatz der analytischen Komplexpsychologie von C. G. Jung und andere leib- und kreativtherapeutische Elemente mit östlichem Weisheits- und Erfahrungsgut unter Einbeziehung der Zen-Meditation und anderer Übungswege.
Unterschied zwischen Burnout und Depression
Burnout und Depression – zwei Bezeichnungen für dieselbe Erkrankung? Fast scheint es so, wenn man sich Aufzählungen von Symptomen betrachtet. Schlafschwierigkeiten, Veränderungen im Appetitempfinden, steigendes Verlangen nach Alkohol und Nikotin, körperliche Symptome und Funktionsstörungen wie chronische Muskelverspannung, Magen- und Verdauungsprobleme, Herz- und Kreislaufprobleme, Müdigkeit und im seelischen Bereich anhaltende und sich wiederholende depressive Stimmungen, diffuse Ängste und Rückzug von Freunden und Familie – das alles können Indikatoren für eine Burnout-Entwicklung, aber auch für eine Depression sein.
Eine Depression ist die häufigste Folgeerkrankung einer Burnout-Entwicklung, weshalb es keinen direkten Unterschied zwischen Burnout und Depression gibt. Als Hauptsymptome einer Depression gelten nach dem internationalen Klassifikationssystem ICD-10: Depressive Stimmung, Antriebsmangel, Interessenverlust, Freudlosigkeit und erhöhte Ermüdbarkeit. Keine andere psychische Erkrankung kommt so oft in der Bevölkerung vor wie depressive Störungen: Depression ist zu einer Volkskrankheit geworden. Allein in Deutschland erkranken ca. zwanzig Prozent aller Menschen einmal in ihrem Leben an einer Depression. Weiterlesen
Das Leben lieben lernen – Ein Patienteninterview
Der 61-jährige Michael Bader* macht einen freundlichen und bodenständigen Eindruck. So, als könnte ihn nichts aus der Ruhe bringen. Jahrelang war der gelernte Steuerberater in einer eigenen Kanzlei tätig, bevor er sich vor einiger Zeit aus dem aktiven Geschäftsleben zurückzog. Er wollte zur Ruhe kommen und den Stress der letzten Jahre hinter sich lassen.
Michael Bader mietete sich ein Atelier an und begann zu malen, zu musizieren und zu schreiben. Er tauchte in eine völlig gegensätzliche Welt zu seiner strukturierten und streng organisierten Steuerberater-Karriere ein. “Das war das, was mich erfüllte”, erzählt Bader. Doch so ganz konnte er den Stress und die Erschöpfung der vergangenen Jahre nicht abstreifen.
Zugespitzt hat sich seine psychische Situation, als er im Sommer 2012 einen Schlaganfall erlitten hat. Er saß mittags in einem Café und telefonierte mit seinem Sohn als er den Gedanken, den er mitteilen wollte, verlor. Er versprach seinem Sohn, sich wieder zu melden. Michael Bader fuhr nach Hause, legte sich in sein Bett und schlief drei Stunden, was für ihn und vor allem diese Uhrzeit völlig ungewöhnlich war. Noch am selben Tag ging er zu seinem Arzt, der einen Schlaganfall feststellte. “Es war ein Schock für mich.” sagt er. Körperlich hat er den Schlaganfall gut überstanden, allerdings geriet er psychisch wieder unter Druck. Er fühlte sich wieder wie in das Hamsterrädchen zurück versetzt, aus dem er sich vor einigen Jahren durch den Ausstieg aus dem Beruf befreit hatte. “Ich habe wieder Zeitdruck und Stress in mir gespürt, als ob ich wieder voll in diesem Terminstress wäre.” Erschwerend kam hinzu, das sich 2007 ein Kindheitstrauma öffnete, woraufhin sich Michael Bader in eine ambulante Psychotherapie begeben musste. “Das habe ich viele Jahre erfolgreich verdrängt und dachte ich hatte eine tolle Kindheit. Als mir bewusst wurde, das es doch ganz anders war, warf es mich komplett aus der Bahn.” so Michael Bader. Schließlich riet ihm seine Psychotherapeutin zu einem Aufenthalt in der Parkklinik Heiligenfeld in Bad Kissingen. “Somit bin ich dem Schlaganfall eigentlich fast schon dankbar, dass er mich hierher geführt hat.”
Trennungsbewältigung und Psyche
In unseren Kliniken kämpfen die Patienten häufig mit der Verarbeitung von Trennungen. Deshalb habe ich mich einmal mit der Leiterin der Kreativtherapien Lara Pietzko unterhalten. Sie hat mir in einem Interview erklärt, wie Trennungsbewältigung und Psyche zusammenhängen.
Frau Pietzko, was passiert mit einem Menschen, wenn eine Trennung stattfindet?
Bei einer Trennung geht es um den Verlust von einem Menschen, der für das Wohlbefinden einer Person wichtig war. Oft treten Trauerreaktionen wie weinen, sozialer Rückzug und Selbstzweifel auf. Die Personen, die verlassen wurden, reagieren häufig mit Schuldgefühlen und Sinnfragen. Wie Personen auf eine Trennung reagieren, hängt oft mit ihrer Persönlichkeitsstruktur zusammen
Trennt sich ein Paar, entsteht zuerst einmal Verunsicherung, da die Verbindung der beiden Personen, die Geborgenheit und Liebe liefert, weg fällt. Der häufig wichtigste Bezugspunkt ist nicht mehr da und das kann oft eine existenzielle Bedrohung für die Person bedeuten, die verlassen wurde. Geht eine Beziehung in die Brüche, ist das mit Enttäuschung verbunden. Herzschmerz wie Liebeskummer, Ängste und die Frage nach dem Sinn beschäftigen eine Person während einer Trennung. Es gibt vielfältige Gründe und Zeitpunkte für Trennungen von Paaren.
Ein Scheidepunkt in einer Beziehung, ist z. B. die Phase in der die Verliebtheit in Liebe übergeht. Die Zeit der Verliebtheit hält meistens nicht länger als 1 ½ Jahren an. Nach dieser Zeit bemerken viele Paare, dass Verliebtheit vergänglich ist. Sie sehen ihren Partner nun realistischer, als in der Zeit der Verliebtheit in der die meisten Menschen die “rosarote Brille” tragen und Schattenseiten ihres Partners hinnehmen. Kommt man an diesen Scheidepunkt, muss man abwägen, ob man mit den “Marotten” des anderen leben kann oder nicht.
Neues Therapiemodul Beziehung und Kommunikation
Im Jahr 2012 wurde in den Heiligenfeld Kliniken ein neues Gruppenangebot für alle Patienten eingeführt. Im Therapiemodul Beziehung und Kommunikation setzen sich die Beteiligten von Anfang bis Ende ihrer Therapiezeit mit den Grundlagen einer guten Dialogkultur und verschiedenen Ebenen der menschlichen Beziehungen auseinander.
Das tiefste Wesen unseres Menschseins ist Beziehung. Wir können gar nicht anders als uns aufeinander zu beziehen.
In dieser Gruppe werden wichtige Werkzeuge vermittelt, damit sich Beziehungen im Alltag konstruktiv, sinnhaft und positiv entwickeln können.
Zunächst geht es darum, Kommunikation (verbale, nonverbale) anhand von bestimmten Strukturen (Councelling, Dyade) einzuüben. Das Erlernen von einer Art des Zuhörens, die nicht wertend ist, sondern vom Platz des Herzens aus geschieht. Und eine Art des Sprechens zu lernen, die sich auf das Wesentliche fokussiert, klar, deutlich und respektvoll ist. Ein wesentlicher Aspekt liegt auf der inneren Haltung, wenn wir mit dem DU in Beziehung treten. Dabei ist es wichtig zu unterscheiden zwischen Bewertung und Beobachtung. In der Regel bewerten wir sofort, anstatt zunächst zu beobachten, was geschieht. Hierzu werden verschiedene Übungen gemacht. Dabei geht es auch darum, Bedürfnisse und Gefühle zu formulieren, Wünsche und Bitten zu äußern. Ein konstruktiver, “gewaltfreier” Umgang mit Konflikten gehört ebenso zum Lernfeld der gelingenden Kommunikation.
Es geht darum, neue Kommunikationsmuster kennenzulernen, einzuüben und heilsame Erfahrungen in der Begegnung mit anderen zu machen. Bisher wird diese Therapiegruppe von den Patienten sehr gut angenommen, worüber wir uns sehr freuen.
Wenn die Abhängigkeit anderer abhängig macht
Bericht einer Patientin der Parkklinik Heiligenfeld
Stets ein Lächeln auf dem Gesicht, fleißig und loyal, so kannten sie ihre Kollegen. Das war einmal. Jetzt macht Helga Meier*, seit kurzem Patientin der Parkklinik Heiligenfeld, einen lustlosen, müden Eindruck. Viele Jahre schon ist sie treue Mitarbeiterin in der Praxis von Dr. Klein*. Schnell entwickelten sie sich zu einem eingespielten Team. Ledig, und ohne zeitaufwändige Freizeitgewohnheiten, füllt der Beruf ihren Alltag komplett aus. “Ich lebe für die Arbeit. Überstunden sind eine Selbstverständlichkeit. Es ist doch jeden Tag so viel zu tun. Ohne meine Hilfe würde es Dr. Klein nicht schaffen”, berichtet sie. Schon bald nach Aufnahme ihrer Arbeit in der Praxis stellt Helga Meier fest, dass es zu den Gewohnheiten von Dr. Klein gehört, immer eine Flasche guten Cognac im Schreibtisch stehen zu haben. Und diese bleibt nicht unberührt, gelegentlich gönnt er sich ein Gläschen daraus. Für sie ist es offensichtlich, dass sich diese Gewohnheit im Lauf der Jahre zu einer Alkoholabhängigkeit entwickelt hat.
Aufklärungsaktion unserer Therapeuten und Ärzte in München
Was ist Rhythmustherapie überhaupt? Wie funktioniert TaKeTiNa? Welche Effekte haben Musik und Rhythmus auf Menschen, die unter psychischen oder psychosomatischen Erkrankungen wie Depressionen, Burn-out, Angststörungen etc. leiden? Um darüber aufzuklären, warum Musik und Rhythmus Inhalte der Therapie in Heiligenfeld sind, war eine Ärztegruppe aus der Parkklinik Heiligenfeld heute in München unterwegs. Als Gruppe zeigten sie praktisch, wie TaKeTiNa funktioniert und luden die Passanten ein, selbst einmal mitzumachen. Die Aktion verstehen wir in Heiligenfeld als Teil unserer gesellschaftlichen Verantwortung für die Aufklärung von psychosomatischen Erkrankungen und deren Therapien in der Gesellschaft. Damit wollten die Ärzte unter anderem auch auf die erschreckende psychosoziale Lage in Deutschland aufmerksam machen.
Im Film über die Parkklinik sind kurze TaKeTiNa-Sequenzen auch bewegt zu sehen. Außerdem in den Filmen über Rhythmustherapie in unserem YouTube-Kanal.
Gefühle zum Ausdruck bringen
Die Bedeutung von Gefühlen in der stationären Behandlung psychosomatischer Erkrankungen
Wieso ist es eigentlich wichtig, Gefühle zum Ausdruck zu bringen? Jeder von uns hat sicherlich schon einmal erlebt nichts zu fühlen, in Phasen der Überlastung oder nach Schicksalsschlägen…vor allem Menschen, die unter Depressionen leiden, benennen häufig das Symptom der Gefühllosigkeit. Solange dieser Zustand nicht dauerhaft anhält, ist er einfach eine normale Reaktion auf „Stresssituationen“, die uns letztlich helfen soll, handlungs-und überlebensfähig zu bleiben. Nicht selten kommt es jedoch vor, dass solche Zustände sich chronifizieren und unsere Lebensqualität deutlich herabsetzen. Die Lebensfreude, die Kontaktfreudigkeit sowie die Motivation beginnen abzunehmen. Häufig verbunden mit Leistungsminderung in Beruf und Familie.
Menschen, die in solch eine gesundheitliche, psychische oder emotionale Lebenskrise gekommen sind, werden in den Heiligenfeld Kliniken im Rahmen eines integrativen Therapiekonzepts behandelt. Einfach ausgedrückt könnte man sagen, dass sich eine psychische, emotionale und psychosomatische Störung darin ausdrückt, dass das menschliche Individuum aus dem Gleichgewicht geraten ist (wie oben beschrieben).
Behandlungserfolg und Patientenzufriedenheit
In den USA wird zunehmend Druck auf Krankenhäuser ausgeübt, die Patientenzufriedenheit zu einem wichtigen Maßstab für das Niveau des Krankenhauses werden zu lassen: Wenn ein Patient ein Krankenhaus als “exzellent” einstuft, dann wird das in nationalen Studien aufgeführt. Dies soll langfristig nicht nur für Patienten als Messlatte dienen, sondern ab Oktober 2012 vom US-Staat festgelegte Grundlage sein, um die Höhe der Vergütung festzulegen; schlechter bewertete Krankenhäuser erhalten dann weniger Vergütung.
Was auf den ersten Blick vernünftig und patientenorientiert klingt, ist nicht unproblematisch. Schließlich hat ein Patient häufig eine im Verhältnis zum therapeutischen Team verzerrte Priorisierung: Während die Therapeutin durchaus bereit ist, es als unwichtiges Übel anzusehen, wenn die ausgewogene Ernährung und die Farbgebung der Teppiche nicht dem Geschmack des Patienten entsprechen, er dafür aber gesund wird, ist der Patient aber dennoch verstimmt.
Nicht jedes Feedback in einer Therapiesitzung wird – bei aller Achtsamkeit – uneingeschränkte Begeisterung beim Patient auslösen; möglicherweise gibt der Patient dem Arzt eine schlechte Bewertung, obwohl dieser sich aufgeopfert hat für das Wohl des Patienten. Wie wird die Beurteilung ausfallen, wenn das Zimmer nicht nach Südwesten ausgerichtet, die Mahlzeiten zu gesund waren? Das mag oft wichtiger für viele Patienten für ihre Evaluierung sein als der für einen Patienten schwieriger zu greifende Therapieerfolg oder -misserfolg.
Rehabilitation nach Wirbelsäulenoperationen
An der Wirbelsäule können unterschiedlichste Erkrankungen auftreten. Neben Verletzungen, Entzündungen, Tumoren oder angeborenen Fehlbildungen führen insbesondere Abnutzungsprozesse an Gelenkstrukturen und Bandscheiben zu behandlungspflichtigen Symptomen wie starke Schmerzen, Bewegungseinschränkungen bis hin zu Lähmungen..
Die Erkrankungszahlen sind in den letzten Jahren stetig gestiegen: “Jedes Jahr werden 415.000 offene Wirbelsäulenoperationen in Deutschland durchgeführt. … Die Anzahl von Wirbelsäulenoperationen pro Jahr hat sich in den letzten 10 Jahren verfünffacht” (Quelle: www.wirbelsaeule.com).
In Abhängigkeit der zugrunde liegenden Erkrankung werden verschiedenste operative Verfahren durchgeführt. Eine zielgerichtete Rehabilitationsmaßnahme bedarf daher einer passgenauen, patientenindividuellen Ausrichtung des Therapieplanes. Neben orthopädisch-unfallchirurgischer bzw. neurochirurgischer Fachkompetenz ist dafür oftmals auch eine breite Kenntnis im Einsatz von orthopädietechnischen Hilfsmitteln erforderlich.
Posttraumatische Belastungsstörung bei Feuerwehr – Wenn die Seele brennt
Heute widmen wir uns auf Wunsch eines unserer Facebook-Fans dem Thema “Posttraumatische Belastungsstörungen bei Feuerwehrleuten”. Bei zwei vergangenen Beiträgen “Auch Helden brauchen Hilfe” und “von Berufs wegen traumatisiert” haben wir das Thema bereits im Zusammenhang mit Polizeibeamten behandelt.
Feuerwehrleute arbeiten oft unter extremen Bedingungen und Zeitdruck. Bei der Ausübung ihres Auftrags tragen sie große Verantwortung für Menschen in Not. Sie werden Zeugen menschlicher Tragödien, die sie oftmals nicht verhindern können. Diese Arbeit geht nicht an jedem spurlos vorbei. In manchen Fällen bleiben die Einsatzkräfte nach der Beendigung ihres Auftrags hilflos zurück. Die psychischen Folgen können verheerend sein. Zunächst zeigt sich meistens im Anschluss an einen schlimmen Einsatz eine sogenannte Belastungsreaktion. Diese ist noch nicht krankhaft, sondern eher eine natürliche Reaktion auf außergewöhnliche Situationen. Sie tritt in der ersten Ruhephase oder im ersten Nachtschlaf auf und verschwindet nach einigen Wochen wieder vollständig. Mögliche Belastungs- und Stressreaktionen bei Feuerwehrleuten können sein, dass ganz plötzlich immer wieder sehr unangenehme Erinnerungen an das dramatische Ereignis während des Einsatzes wie etwa Bilder, Gerüche, Geräusche aufkommen. Auch Albträume von der Situation sind keine Seltenheit. Die Reaktion des Betroffenen darauf ist dann meistens, dass Dinge, Situationen und Themen, die an diese Situation erinnern, bewusst oder unbewusst vermieden werden. Auch starke Angst, Beklemmung, Schreckhaftigkeit, Schlafstörungen, Reizbarkeit, Konzentrationsstörungen, Überwachheit, Ruhelosigkeit, und das zusammen mit körperlichen Symptomen, können eine Folge sein. Ebenso können ein verändertes Ess- und Trinkverhalten, Verhaltensänderungen, Aggressivität und sozialer Rückzug der Betroffenen möglich sein. Klingen die Symptome nach ungefähr vier Wochen nicht ab oder treten sie erst später ein, dann kann sich daraus eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) entwickeln. Weiterlesen
Wenn Angst lähmt – Angststörungen
Angst ist ein Teil unseres Gefühlslebens und deshalb durchaus sinnvoll. Als Warn- und Alarmsignal hilft sie auf Bedrohungen von außen und Störungen von innen aufmerksam zu machen. Damit ist sie ein lebensnotwendiger Anpassungs- und Lernvorgang.
Angststörungen sind psychische Störungen, bei denen die Furcht vor einem Objekt oder einer Situation so stark im Vordergrund steht, dass das alltägliche Leben in vielen Bereichen stark eingeschränkt ist.
Man bezeichnet Angst als krankhaft, wenn:
- sie übermäßig stark ist
- Dauer und Häufigkeit der Angstzustände mit der Zeit zunehmen
- die Betroffenen nicht in der Lage sind, die Angst aus eigener Kraft zu überwinden
- die aktuellen Lebensumstände das Ausmaß der Angst nicht erklären können.
Besteht die Angststörung schon seit längerer Zeit, so kommt es üblicherweise zu einem massiven Rückzug aus dem Alltag. Orte und Situationen, die Angst machen, werden gemieden. Häufig ist soziale Isolation die Folge.
Schätzungen zufolge leiden etwa zehn Prozent der Bevölkerung innerhalb eines Jahres an Angsterkrankungen, die behandlungsbedürftig sind. Meist tritt die Erkrankung vor dem 45. Lebensjahr auf. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Weiterlesen





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