Dr. Joachim Galuska zu Besuch bei der Bundeskanzlerin

Dr. Joachim Galuska überreichte nach dem Gespräch der Bundeskanzlerin sein Buch „Die Kunst des Wirtschaftens“ (kostenfreier Versand über den Online-Shop Heiligenfeld).

Am Montag, dem 27.08.2012 war unser Geschäftsführer und Gründer Dr. Joachim Galuska zu Besuch bei der Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin. Sie hatte zehn Unternehmer aus Deutschland, die ihr Unternehmen werteorientiert führen, zu einem „Mittelstandsgespräch eingeladen“. In einem persönlichen Gespräch habe ich mit Dr. Joachim Galuska über seine Erlebnisse bei der Kanzlerin im Bundeskanzleramt gesprochen und er hat mir verraten, wie es sich angefühlt hat, die mächtigste Frau im Land persönlich kennenzulernen.

Herr Dr. Galuska, warum waren Sie bei Angela Merkel eingeladen?

Die Kanzlerin lädt in unregelmäßigen Abständen Unternehmer zu den sogenannten „Mittelstandsgesprächen“ ein, um sich in kleinem Kreis über die Situation und die Bedürfnisse im Wirtschaftssektor zu informieren. In der letzten Zeit fanden hier Gespräche zum Beispiel mit Unternehmen der IT-Branche oder zum Thema „Frauen in Führungspositionen“ statt. Dieses Mal hatte Frau Merkel zehn Unternehmer eingeladen, die dafür bekannt sind, ihr Unternehmen werteorientiert und nachhaltig zu führen. Nach Recherchen im Internet und Anfragen bei Verbänden und Wettbewerben hat sie schließlich zehn Unternehmer eingeladen, darunter auch mich.

Was waren die Inhalte Ihres Gesprächs?

Frau Merkel stellte jedem Gesprächsteilnehmer drei Fragen: Sie wollte wissen, was wir unter dem Begriff Werteorientierung verstehen und wie wir sie leben. Dann warum wir das machen und wie wir darauf gekommen sind. Und letztlich, welche Unterstützung wir uns von der Politik wünschen. Zunächst sollte jeder reihum individuell die Fragen beantworten. Anschließend war noch eine offene Runde, in der jeder noch etwas sagen konnte.

Was waren für Sie die wichtigen Themen?

Für mich war es wichtig, dass ich neben den strukturellen Themen, die meist die anderen vorgetragen haben, den Fokus auf die psychosoziale Lage legen konnte. Im Grunde waren mir drei Themen wichtig:

Wir haben darüber gesprochen, dass ich überzeugt davon bin, dass werteorientierte Unternehmen im Wettbewerb nur dann eine Chance haben, wenn die Bevölkerung die Werteorientierung des Herstellers erkennt und anerkennt. Dafür wäre ein stärkeres Bewusstsein in der Bevölkerung wichtig, dass nicht nur preiswert gut ist, sondern auch die Art der Herstellung und gute Bedingungen für die Mitarbeiter ausschlaggebend für den Kauf sein sollten. Somit brauchen wir ein Wertebewusstsein in der Gesellschaft.

Und das zweite Thema?

Mein zweites Thema war, dass die psychosoziale Lage ein riesiges Problem ist, das sich noch verschlimmern wird. Ich habe der Kanzlerin von dem Aufruf zur psychosozialen Lage erzählt. Und davon, dass wir keine Schuldzuweisungen wollen, sondern ein Gespräch darüber, was wir tun können. Wir brauchen einen gesellschaftlichen Dialog und nicht noch mehr Forderungen, sondern mehr Aufmerksamkeit für das Innere und unsere Seele. Deshalb haben wir ja auch die Aktionen „Seelenzeit“ und „Seelenbaum“ gemacht. Aus meiner Erkenntnis ist der Hauptgrund für unsere psychosoziale Lage die Reduktion der persönlichen sozialen Bindungen. Wir müssen lernen, mehr Freundschaften zu bilden, was auch immer jeder einzelne darunter verstehen mag. Wir müssen uns mehr vernetzen und Freundschaften pflegen, die uns auch in kritischen Situationen stützen. Freundschaft wird immer mehr die Bedeutung der Familie ablösen.

Was haben Sie als letztes angesprochen?

Das dritte Thema, dass ich mit ihr besprochen habe, war, dass die Burn-out-Krise auch eine Chance ist. Nämlich zu verstehen, dass die Antwort auf Burn-out, nämlich die Stärkung der Resilienz und Widerstandskraft unserer Mitarbeiter und Führungskräfte, eine neue Dimension eröffnet und langfristig zum Wettbewerbsvorteil werden kann. Denn Fachkompetenz und Managementkompetenz entwickeln sich fast überall auf der Welt auf gleichem Niveau. Aber der Erfolg hängt nicht nur davon ab, sondern maßgeblich von der Produktivität der eigenen Mitarbeiter und deren Resilienz. Die Fähigkeit eines Mitarbeiters, sich selbst zu führen, zu kommunizieren und zu kooperieren nennen wir Leadership. Darin sollten wir unsere Mitarbeiter schulen. Dann werden sie effizienter und kreativer, denn die besten Ideen kommen im Gespräch mit anderen. Das ist aber nicht nur ein Thema der Führungskräfte, sondern auch der Bildung. Wir sollten bereits in der schulischen und betrieblichen Ausbildung unsere Kinder darin schulen. Deshalb haben wir zusammen mit anderen Unternehmen in der Region ein Selbstmanagementprojekt gestartet, an dem unsere Auszubildende und viele der regionalen Firmen teilnehmen.

Und, hat Frau Merkel Ihren Aufruf unterschrieben?

Ehrlich gesagt, weiß ich das gar nicht. Ich habe es nicht gewagt, sie zu fragen. Ich habe ihr davon erzählt und sie sagte, dass sie davon gehört habe.

Und wie war es für Sie, einmal im Kanzleramt zu sein?

Es war sehr beeindruckend dort. Alles ist sehr groß, sauber und aufgeräumt. Wenn man hineinkommt, ist es erst einmal wie am Flughafen. Man muss durch eine Sicherheitsüberprüfung, bei der man komplett durchleuchtet wird. Bei unserer Führung war auch immer ein Sicherheitsmann dabei, der aufpasst, wo wir lang geführt wurden. Das Kanzleramt ist ein sehr monumentales, symbolträchtiges Gebäude. Eine quadermäßige, blockartige Form mit hohen Räumen. Man spürt ganz deutlich, dass hier das Schaltzentrum der Macht ist. Auch die Anordnung ist interessant. Mit seinen Ministerien und der gegenüberliegenden Anordnung von Bundeskanzleramt und Reichstag symbolisiert es das Band der Einheit, da es das ehemalige Ost- und West-Berlin miteinander verbindet. Im Innenbereich ist alles hell mit vielen Fenstern und viel Licht. Als normaler Mensch kommt man sich fast ein bisschen klein vor, angesichts dieser übermächtigen Kulisse.

Wie war es für Sie, die Kanzlerin persönlich zu treffen?

Für mich war es eine große Ehre, eingeladen zu sein. Denn die Einladung hat mich darin bestärkt, dass unsere werteorientierte Art das Unternehmen zu führen öffentlich wahrgenommen und anerkannt ist. Die Kanzlerin hat explizit dafür ihre ganz persönliche Wertschätzung ausgedrückt, dass wir nicht nur rendite- sondern auch werteorientiert arbeiten. Dass wir wirtschaftlich denken müssen, war für sie dabei aber selbstverständlich. Ich habe mich über die Einladung wirklich sehr gefreut, vor allem, weil ich zusammen mit noch einem Kollegen der einzige Teilnehmer aus dem Gesundheitswesen war. Alle anderen waren auch meist Familienunternehmer mit ähnlicher Größe, legten aber den Fokus mehr auf die Ökologie als auf die Mitarbeiterfreundlichkeit in der Werteorientierung.

Wie haben Sie die Kanzlerin in dem Gespräch erlebt?

Ich hatte am Ende des Gesprächs den Eindruck, von einer vernünftigen Person regiert zu werden und fühle mich als Bürger bei ihr in guten Händen. Sie war sehr sachlich, reflektiert und auch interessiert an uns Bürgern. Die Vernetzung untereinander in der Welt war ihr gerade in der heutigen Zeit des Internets ein großes Anliegen. Ich hatte den Eindruck, dass sie sich große Gedanken und Sorgen darüber macht, wie es mit unserem Land weitergeht. Sie selbst wirkte so, als fände sie die rein finanzorientierte Arbeitsweise unserer Gesellschaft auch nicht optimal und als stünde sie eher auf der Seite der Menschen, die real miteinander interagieren. Sie ist auch immer wieder auf unsere Vorschläge eingegangen z. B. darauf, dass der Unternehmenskultur und den weichen Faktoren in der Führung mehr Beachtung geschenkt werden sollte und hat in dem gesamten Gespräch keine Parteipolitik gemacht, was ich sehr gut fand. Sie wirkte, als ginge es ihr um die Sache.

 

Die offizielle Pressemitteilung finden Sie unter folgendem Link: http://www.heiligenfeld.de/aktuelle-mitteilungen.html

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Kathrin Schmitt

Kathrin Schmitt

Kathrin Schmitt ist Diplom-Medienwirtin (FH), zertifizierte Online-Marketing-Managerin und bei den Heiligenfeld Kliniken für die komplette Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und den Bereich Social Media verantwortlich. Weitere Informationen zu den einzelnen Autoren finden Sie auch unter dem Menüpunkt "Über den Blog und seine Autoren".

5 Antworten auf Dr. Joachim Galuska zu Besuch bei der Bundeskanzlerin

  • Herzlichen Glückwunsch an Herrn Dr. Galuska! Das ist eine tolle Ehre bei der Kanzlerin eingeladen worden zu sein. Ich freue mich darüber, dass das Engagement von Heiligenfeld nun auch über unsere Region hinaus anerkannt wird.
    Weiter so!

    Viele Grüße
    Sabrina Eichler

  • Das ist wirklich eine große Ehre! Super! Endlich sagt mal jemand die Wahrheit und das auch noch bei der obersten Stelle! Danke dafür.

    MfG Tobi

  • Hoffentlich ändert sich mal was in unserer Welt!! Wir brennen aus und niemand fühlt sich verantwortlich. Viele Unternehmen, darunter auch meins, beuten die Mitarbeiter aus. Erreichbarkeit immer und überall, unbezahlte Überstunden etc. etc., das muss aufhören! Leute, schaut auf euch selbst und geht euren Weg. Eure Gesundheit gibt euch niemand wieder!

    Danke Herrn Galuska für die deutlichen Worte. Hoffentlich sind sie angekommen! Denn Nachhaltigkeit hat nicht nur etwas mit der Ökologie zu tun, sondern auch mit der Mitarbeitergesundheit!

  • Was heißt, Frau Merkel ist „eher auf der Seite der Menschen, die real miteinander interagierten“? Sollte eine Kanzlerin nicht voll und ganz- und eben nicht „eher“- auf der Seite der Menschen stehen, die sie gewählt haben, die Steuern zahlen, von denen sie jedenfalls ihr Mandat hat? Und: was ist mit der anderen „Seite“? Menschen, die NICHT „real miteinander interagieren“- Wer ist das? Dissoziative? Autisten? Aliens? Und was hat Frau Merkel mit denen zu tun? Braucht Sie vielleicht selbst mal eine Auszeit…;-) !!

    Schön, dass Herr Galuska mit der Kanzlerin gesprochen hat. Viele Antworten hat er scheints nicht erhalten. Und mir bleiben nur Fragen über Fragen…

    • Kathrin Schmitt

      Guten Tag Aragorn,
      vielen Dank für Ihren Kommentar. Das „eher auf der Seite…“ bezieht sich auf den vorhergehenden Teil des Satzes, nämlich, dass Sie mehr auf der Seite der Menschen steht, als auf der Seite finanzorientierten Wirtschaft. Sie haben natürlich Recht, wenn Sie sagen, dass eine Kanzlerin immer auf der Seite der Menschen stehen sollte, die sie gewählt haben. So sehe ich das auch. Herr Dr. Galuska beschreibt in dem Interview seine ganz persönlichen Eindrücke des Gesprächs. Dabei geht es aber nicht um die Bewertung der aktuellen Politik- oder Wirtschaftslage. Die steht wieder auf einem anderen Blatt. 😉
      Viele Grüße
      Ihre Kathrin Schmitt

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