Multitasking vs. Achtsamkeit

achtsamkeitFranziska Hack, Mitarbeiterin der Akademie Heiligenfeld, schreibt heute über Multitasking und Achtsamkeit zur Stressreduktion:

Reizüberflutung durch Multitasking

Multitasking wird oft beschrieben als Etwas, das nur Frauen gut können. So können sie telefonieren, fernsehen und nebenbei online noch die neuesten Schuhe bestellen, die gerade doch so ein Schnäppchen sind. Natürlich ist diese Darstellung etwas übertrieben formuliert, jedoch lässt sich nicht leugnen, dass Multitasking ein wesentlicher Bestandteil unseres Alltags geworden ist. Und das nicht nur bei Frauen.Der moderne Mensch steht jeden Tag vor einem Berg von Aufgaben, die alle möglichst schnell und dabei noch effizient erledigt werden müssen. Multitasking beginnt schon am Morgen, wenn man mit dem Handy am Ohr ins Büro stürmt und dabei mit den Gedanken schon beim Termin am Nachmittag ist. Ruhe findet man erst, wenn man im Bett liegt und sich ein paar Stunden Schlaf gönnt. Täglich erledigen wir viele Dinge gleichzeitig und nebenbei, denn nur dann gelten wir als besonders produktiv und kompetent. So nachvollziehbar und verständlich der Wunsch und die Hoffnung nach Anerkennung auch erscheinen mögen, so muss man Multitasking in seiner Wirkung auf den Menschen als kritisch betrachten. Eine permanente Reizüberflutung führt zu Stress und Hektik. Konzentrationsstörungen, aber auch der Verlust des Kurzzeitgedächtnisses können Folgen davon sein. Auch das unachtsame Ausführen verschiedener Handlungen, ob im Alltag oder im Job, lässt uns die kleinen Erfolge übersehen, die doch so viel Freude bereiten können, dafür erscheinen die Misserfolge aber umso größer. All dies kann letztendlich schwere Folgen für die Psyche haben und somit eine Mitursache für Burnout und Depressionen sein.

Achtsamkeit zur Stressreduktion

Doch es gibt ein Konzept, das sehr vielversprechend klingt, um mit all den Anforderungen im Alltag umgehen zu können und doch nicht auszubrennen. Es kostet nichts, außer etwas Ruhe und Zeit. Man nennt es ACHTSAMKEIT. Was sich so leicht anhört, erfordert jedoch auch etwas Übung. Denn wer denkt schon beim Kauen darüber nach wie sich das Essen im Mund anfühlt? Wer ist sich immer über die Wirkung im Klaren, wenn man seinen Mitarbeitern und Kollegen etwas kurz und angebunden entgegenruft? Wer nimmt sich die Zeit dafür sich hinzusetzen, sich der Umgebung bewusst zu werden und auch in sich hinein zu hören und zu fragen „Wie geht es mir denn eigentlich heute“. Wahrscheinlich nur die wenigsten Menschen. Doch vielleicht würden uns dann Dinge auffallen wie, dass das Gemüse aus dem eigenen Garten doch viel besser schmeckt als das Gekaufte oder, dass das kurze “ Schick mir das einfach als E-Mail “ nicht gerade ein gutes kollegiales Verhalten fördert. Vielleicht würde uns auch auffallen, dass wir einfach mal etwas Ruhe und auch Zeit für uns brauchen, damit sich unser Puls wieder normalisiert. Achtsam sein, das bedeutet im Hier und Jetzt zu leben. Weder an die Zukunft noch an die Vergangenheit zu denken und den Moment einfach bewusst wahrzunehmen. Und das ist doch einen Versuch wert.

 Achtsamkeits- und MBSR-Lehrerausbildung

Durch die Praxis der Achtsamkeit wird Stress gemindert und das Wohlbefinden des Menschen gesteigert, weshalb es bereits in vielen Ländern, wie Indien, Thailand, Japan etc. praktiziert wird. Wer sich nicht nur mit den Bereichen der Achtsamkeitsmeditationen, Körpergewahrsein und Methoden der psychologischen Stressbewältigung auseinandersetzen, sondern sie auch vermitteln möchte, der kann ein Seminar der Akademie Heiligenfeld besuchen. Achtsamkeits- und MBSR-Lehrerausbildung nennt sich die Fortbildung, welche aus sieben Modulen besteht und auf den wissenschaftlichen Fakten der Fakultät der University of Massachusetts basiert. Das erste Modul findet bereits am 02.09.2015- 06.09.2015 statt. Weitere Informationen finden Sie hier.

 

Literaturtipp:

Das_Einmaleins_der_Achtsamkeit

 

Das Buch „Das Einmaleins der Achtsamkeit“ von Jessica Wilker führt sie auf die Wege der Achtsamkeit und zeigt, wie man in nur sieben Tagen zu einem heilsamen Umgang mit unliebsamen Gefühlen finden kann. So können wir besser in alltäglichen Situationen, egal ob positiv oder negativ, reagieren. Dieses Buch finden Sie im Buchshop Heiligenfeld.

 

 

 

 

 

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Sophie Ritter

Sophie Ritter

Sophie Ritter ist Medienmanagerin (FH) und in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Heiligenfeld Kliniken sowie im Bereich Social Media tätig. Weitere Informationen zu den einzelnen Autoren finden Sie auch unter dem Menüpunkt "Über den Blog und seine Autoren".

2 Kommentare


  1. Vielen Dank für den Artikel. Einerseits bin ich froh, dass Vieles automatisiert läuft und ich nicht bei jeder roten Ampel neu entscheiden muss, ob ich bremse oder Gas gebe. Andererseits besteht die Gefahr, dass ich in ungünstigen Automatismen stecken bleibe und auch noch die Tätigkeiten automatisch nebenher erledigen möchte, die mit voller Aufmerksamkeit schneller und besser erledigt wären. E

    ine achtsame Haltung hilft dabei, ganz präsent zu sein und den Augenblick auszukosten und gleichzeitig wahrzunehmen, wie ich automatisch reagiere. Ob das weiterhin clever ist, kann ich dann immer noch entscheiden. Tatsächlich gehört dazu aber viel Training. Ich habe vor kurzem einen MBSR-Kurs mitgemacht und finde, es lohnt sich.

    VG und entspanntes Schaffen, Lydia

    Antworten
    1. Marina Prieb

      Liebe Lydia,

      vielen Dank für Ihr Kommentar. Ich denke Sie sind da auf dem richtigen Weg und kann Ihnen voll zustimmen. Ich wünsche Ihnen alles Gute.
      Liebe Grüße, Marina Prieb

      Antworten

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