Der Kontakt zum Tier und seiner Lebenswelt als Therapie

Auf einem Pferdehof in der Nähe der Heiligenfeld Klinik Waldmünchen haben unsere jugendlichen Patienten einmal pro Woche die Möglichkeit, je zu zweit mit einem Pferd zu arbeiten. Dabei geht es nicht in erster Linie um das Reiten, sondern um das Erleben des Kontakts zum Pferd und seinem Lebensraum. Schon das Pflegen, das Putzen und Vorbereiten der Tiere, was die Jugendlichen unter Anleitung selbständig übernehmen, erfordert von ihnen eine achtsame Kontaktnahme. Nach anfänglicher mehr oder minder großer Ängstlichkeit wird die Putz- und Vorbereitungsphase dann oft recht schnell zur Kuschelstunde mit den Pferden, was die jugendlichen Patienten wie auch die Pferde sehr genießen. Anschließend schwingen sich die Jugendlichen in den Sattel, wobei Pferde-Erfahrene auch einmal ohne Unterlage reiten dürfen und dadurch noch mehr den Kontakt zum warmen, Geborgenheit schenkenden Fellrücken spüren können. Gemeinsam mit dem Pferd werden dann spannende Aufgaben bewältigt, wie etwa einen Parcours in der Reithalle bewältigen, oder es geht für einen erlebnisreichen Ausritt hinaus in den Wald. Oft beschreiben die Jugendlichen diese Erlebnisse als „Belohnung“, als „Highlight in der Woche“, als eine besondere Zeit, herausgehoben aus dem Klinikalltag. Angeleitet und unterstützt werden die Jugendlichen in diesem Erfahrungsraum von Reitlehrern, sowie Therapeuten der Klinik. Weiterlesen

Weihnachtsbäckerei: Spekulatiustaler und Schokocrossies

Spekulatiustaler

Weihnachtszeit heißt Plätzchenzeit. Dass man durchaus auch vollwertige Gaumenfreuden zaubern kann, möchten wir euch mit unseren beiden Rezepten beweisen. Und dass diese auch noch lecker schmecken, können wir bestätigen – denn wir haben selbst gebacken und – vor allem – selbst getestet….

Spekulatiustaler

Zutaten:

240g Vollkornmehl
1 Msp. Backpulver
120g Butter
2 Eier
60g Zucker
4 EL Milch
1 Tüte Vanille
1 EL Pistazien gehackt
1 Prise Salz
1 TL Kardamom gemahlen
1 TL Zimt gemahlen
½ TL Nelke gemahlen
Muskatnuss

Zubereitung:

Das Mehl mit dem Backpulver in einer Schüssel mischen. Die weiche Butter in einer Rührschüssel mit den Quirlen eines Handmixers bei mittlerer Geschwindigkeit geschmeidig rühren. Zucker, Vanille, 2 Esslöffel Milch, Salz, Kardamom, Zimt und Nelken zufügen. Etwa ½ Teelöffel Muskatnuss direkt dazu reiben und alles rasch verrühren. Weiterlesen

Tierbegleitete Therapie: Familienaufstellung mit Hund

Dass Hunde maßgeblichen Einfluss auf die Gesundheit des Menschen haben, ist wissenschaftlich
belegt. Ein Grund mehr für die Parkklinik Heiligenfeld, den Hund gezielt in die Therapie zu integrieren.
Ein Modul der sogenannten tierbegleiteten Therapie ist die „Familienaufstellung mit
Hund“ – ein Verfahren, von dem alle gleichermaßen profitieren, Mensch und Hund.

Die Patienten der Parkklinik Heiligenfeld haben die Möglichkeit, sich während ihrer stationären Therapie von ihrem eigenen Tier – in der Regel handelt es sich dabei um einen Hund – begleiten zu lassen. Dies kann entweder in Form der ausschließlichen Anwesenheit erfolgen oder das Tier „übernimmt“ eine Aufgabe im Gesundungsprozess, indem es Teil der Therapie ist. So kann ein Hund beispielsweise an den Einzeltherapien seines Herrchens der Frauchens „teilnehmen“.
Die behandelnden Psychologen verfügen dabei über die Zusatzausbildung Tierkommunikation. Unsere Patienten können zudem die Indikationsgruppe „Kommunikation Mensch-Tier“ besuchen, die darauf abzielt, das Verständnis zwischen Mensch und Tier zu fördern und den Austausch zu verbessern.
Wer zusätzlich Bedarf an Unterstützung hat, kann auf externe Hunde- bzw. Tiertrainer zurückgreifen. Während des gesamten Aufenthalts in der Parkklinik Heiligenfeld steht neben dem therapeutischen Effekt für den Menschen auch das Verständnis für das Tier und dessen Wohl im Mittelpunkt.
Das Prinzip der Familienaufstellung ist nicht neu. Inzwischen hat es sich zu einem gängigen Verfahren in der Psychotherapie entwickelt. Weitestgehend neu hingegen ist, dass daran auch Hunde teilnehmen (können) – wie etwa in dem Modul „Familienaufstellung mit Hund“ in der Parkklinik Heiligenfeld. Weiterlesen

Die Macht des Augenblicks

Gerd Metz, Psychologe, Senior Coach, Trainer und Psychotherapeut hat sich in diesem Blogbeitrag Gedanken zur Bewusstseinskultur und Achtsamkeit gemacht.

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Die einzige Wirklichkeit ist das Jetzt. Alles andere ist Erinnerung an etwas, das einmal war, aber nicht mehr ist oder nur die Vorstellung von etwas, das in Zukunft vielleicht einmal sein könnte. Wenn das Jetzt die einzige Wirklichkeit ist, dann ist jetzt auch der einzige „Zeit-Punkt“, in dem ich überhaupt etwas tun und etwas bewirken kann. Denn wirken kann ich nur in der Wirklichkeit. Das was ich jetzt gerade tue, denke oder entscheide, oder was jetzt meine Aufmerksamkeit absorbiert, bestimmt wie mein Lebensfluss in den nächsten Moment hinein weiterfließt – und wieder in den nächsten usw.

Jeder Moment geht aus dem vorherigen Moment und den „Entscheidungen“, die ich in diesem treffe, hervor. Diese sind entweder bewusst und gewollt, zum großen Teil aber auch unwillkürlich und automatisch. Wir „surfen“ durch unseren Tag auf einem ununterbrochenen Strom von bewussten und unbewussten Moment-zu-Moment-Entscheidungen. Diese nenne ich Mikro-Entscheidungen, weil sie sich auf einen so kleinen Zeithorizont wie den gegenwärtigen Augenblick beziehen.

Jetzt auf den Ausschaltknopf der Fernbedienung drücken oder doch noch die nächste Sendung anschauen? Esse ich jetzt noch ein Stück von dem Kuchen? Diesen Link noch anklicken? Sag ich jetzt was oder lieber nicht? Was mache ich jetzt als nächstes? usw. Also alles, was ich in diesem Moment tue oder worauf ich in diesem Moment meine Aufmerksamkeit richte. Das sind die Mikro-Bausteine aus denen mein ganzer Tag sich zusammensetzt.

Jeder Tag besteht also aus einer endlichen „Perlenkette“ von aneinandergereihten gegenwärtigen Momenten. Kultiviere ich mit Absicht die Qualität meines Bewusstseins im gegenwärtigen  Moment – z.B. in Richtung präsent, entspannt und entschlossen – so kultiviere ich damit gleichzeitig die Qualität dessen, wie mein ganzer Tag sich entfaltet – und mehr. Viele einzelne wache Momente  („Bewusstseinsperlen“) verknüpfen sich untereinander zu einem guten Tag. Viele gute Tage werden die Bausteine für ein insgesamt gutes Leben. So fußt das gute Leben auf der Wachheit im jetzigen Moment.

Und dies ist der Kern der Achtsamkeitspraxis im täglichen Leben und der Meditationspraktiken als formelle tägliche Übung. Darum geht es: Möglichst häufig wach zu sein für den gegenwärtigen Moment und aus dieser Wachheit heraus gelassen zu handeln. Weiterlesen

Transpersonale Kunsttherapie – Ein Rückblick

transpersonale-kunsttherapieAm 18. September 2016 endete die Fortbildung „Transpersonale Kunsttherapie“. Die gemeinsamen zwei kreativen Jahre sind nun vorüber. Kunsttherapie hat in pädagogischen und klinischen Einrichtungen einen zunehmend bedeutenden Stellenwert. Mit bildnerischen Mitteln kann inneres Erleben oft leichter und umfassender als durch Worte ausgedrückt, kreativ weiter entwickelt, verstanden und integriert werden. Diese Fortbildung ist die erste kunsttherapeutische Fortbildung im deutschsprachigen Raum, die explizit die spirituelle Dimension in der Behandlungs- und Beratungspraxis betont

Wie ist es den Teilnehmern ergangen, welche Eindrücke haben sie gesammelt und aus welchen Erfahrungen können sie in ihrem privaten und beruflichen Alltag profitieren? Welche Erzählungen sind authentischer als die der Teilnehmer selbst? Weiterlesen

Welthundetag

emil-kopieZum heutigen Welthundetag möchten wir einen Brief einer ehemaligen Patientin veröffentlichen, in dem sie sich zu ihrem Aufenthalt in der Parkklinik Heiligenfeld äußert. Darin bringt sie ihre Erfahrungen mit der tiergebleiteten Therapie zum Ausdruck:

„… heute habe ich die Ausgabe des aktuellen Impulse-Blattes aus Heiligenfeld erhalten.
Ich möchte es zum Anlass nehmen endlich zu tun, was ich so lange geplant hatte: der Parkklinik meinen besonderen Dank auszusprechen für den Zeitraum April/Mai diesen Jahres, den ich gemeinsam mit meinem Hund im Rahmen meiner tierbegleiteten Therapie erlebt und gelebt habe.

Die Zeit empfinde ich rückschauend als eine der kostbarsten und wichtigsten Phasen in meinem Leben. Es war ausschließlich möglich, da ich in Ihrem Haus die einzigartige Möglichkeit hatte, meinen Hund mitzunehmen und einzubinden. Die tägliche Beschäftigung mit meinem Tier (was im Alltag immer zu kurz kam), die langen Spaziergänge gemeinsam mit anderen „Hundepatienten“ im Rosenpark und last but not least die Gespräche auf der Bank im Hundeauslaufgelände werde ich immer erinnern als elementaren Bestandteil und strukturgebendes Element der Therapiezeit. Weiterlesen

Bin ich hochsensibel?

HochsensibilitätImmer wieder diese Vorwürfe, ich wäre viel zu empfindlich. Ja, vielleicht war es für mich manchmal zu viel auf einmal und vielleicht bin ich sehr harmoniebedürftig. Ja, vielleicht nehme ich Spannungen und Unstimmigkeiten in meinem Umfeld sehr schnell wahr. Warum aber wird mir ständig vorgehalten, dass ich deshalb anders bin als andere?

Nach verschiedenen Tests habe ich herausgefunden, dass ich tatsächlich anders bin. Ich bin hochsensibel. Das bedeutet, wenn sich in meinem gewohnten Umfeld etwas verändert, nehme ich das schneller wahr als andere Menschen. Unstimmigkeiten, Unwohlsein und Aufregung beeinflussen mein eigenes Wohlbefinden, so dass ich mich schnell an einen ruhigen Ort zurückziehen möchte. Viele Dinge auf einmal erledigen zu müssen, überfordert mich. Meist bin ich bestrebt, keine Fehler zu machen und geradezu perfektionistisch zu handeln. Mit Anzeichen von Gewalt oder Aufregung kann ich kaum umgehen. Leider macht all das es mir schwer, mich richtig zugehörig zu fühlen und mich in sozialen Gruppen zu integrieren. Viele Menschen haben idealisierte Vorstellungen, wie ich als Mensch sein sollte und begegnen Menschen wie mir mit Vorurteilen. Menschen wie mir, die anders sind als sie selbst. Dabei ist gerade Hochsensibilität etwas, das auch viele Vorteile hat. Heutzutage ist es wichtig, diese Empfindsamkeit zu zeigen. Weiterlesen

Die neue Verbundenheit unter Männern

neueverbundenheituntermaennernNachdem wir uns kürzlich in einem Beitrag den Frauen gewidmet haben, hat sich mein Kollege John Nölte-Sayed nun Gedanken über die Männer gemacht. 

Keine Frage – Männer können Großes leisten. Es ist wahrscheinlich auch den Männern zuzuschreiben, dass unser Zeitgeist sich mit „höher – schneller – weiter“ beschreiben lässt. Doch irgendetwas scheint zu fehlen. Wir haben uns die Natur so gut es geht Untertan gemacht, leben in unserem Land weitestgehend im Luxus … doch glücklich und erfüllt sind wir laut Statistik nicht.

Es ist eine leise Welle, die da an Größe gewinnt. Es sind Männer, die versuchen sich und der Welt auf den Grund zu gehen, statt sich nur mit Arbeit oder Alkohol abzulenken. Männergruppen, in denen nicht nur über Autos und Fußball gesprochen wird, sind am Wachsen.

Spätestens wenn ein Mann zum Vater wird, tauchen Fragen und Unsicherheiten darüber auf, was denn ein kleiner Mensch braucht, um zu gedeihen. Vielleicht realisieren wir, dass wir in unserem eigenen Mann-Werden Defizite erlebt haben, zumal die meisten kleinen Jungs größtenteils von Frauen erzogen wurden, während die Väter oft abwesend waren. Das Männerbild des vergangenen Jahrtausend scheint ohnehin nicht mehr ganz zu den heutigen Herausforderungen zu passen. Weiterlesen

Hochsensibilität bei Kindern und Jugendlichen

haende_herzDie Beschäftigung mit dem Konzept der „Hochsensibilität“ hat insbesondere in den vergangenen 10 bis 15 Jahren deutlich zugenommen, einhergehend mit zahlreichen Buchveröffentlichungen, der Gründung von Vereinen und Instituten sowie einer Vielzahl von Internetseiten, Foren, etc. Den meisten Menschen wird der Begriff bereits begegnet sein – doch was ist hierunter eigentlich zu verstehen?

Hochsensibilität kann als Persönlichkeits- oder Wesensmerkmal verstanden werden. Schätzungen gehen davon aus, dass ca. 15 – 20 Prozent der Menschen im Vergleich zur Mehrheit der Bevölkerung Informationen und Reize intensiver aufnehmen und tiefer verarbeiten. Sie nehmen mehr wahr, zeigen eine erhöhte Empathiefähigkeit und Gewissenhaftigkeit, sind mitunter kreativer, haben eine lebendigere Vorstellungskraft und eine ausgeprägte Intuition. Etwas profaner könnte man sagen: Sie sind „offener“ als Menschen, denen dieses Merkmal fehlt.

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Auch wenn’s ums Essen geht, is(s)t Heiligenfeld anders

Unser Rezept der Saison: Putenschnitzel in Knusperhaube mit hausgemachten Gnocchi und Grilltomate

In den Heiligenfeld Kliniken legen wir großen Wert darauf, dass wir unseren Patienten gesundheitsfördernde Speisen bereitstellen. Das Grundprinzip für die Verpflegung während eines stationären Klinikaufenthaltes in den Heiligenfeld Kliniken ist eine gesunde und bewusste Ernährung, die sich nach den Vorgaben der D-A-CH-Ernährungsverbände richtet und möglichst vollwertig und ökologisch-biologisch orientiert ist.

Abhängig vom regionalen Angebot besteht ein hoher Anteil der Lebensmittel aus ökologischem Anbau oder ökologischer Erzeugung. Frische Bio-Produkte wie z. B. Gemüse, Salat oder Frischfleisch kommen daher aus der Region, um lange Transportwege zu vermeiden. Auch achten wir darauf, Fleisch und Wurst aus Massentierhaltung auszuschließen. Der Speiseplan ist überwiegend vegetarisch ausgerichtet und bietet viele Alternativen zu Fleisch und Fisch. Bei der Produktion unserer Speisen legen wir Wert auf nährstoff- und ressourcenschonende Verarbeitung.

Ebenso achten wir bei den Getränken auf fair-gehandelte Produkte – so etwa beim Kaffee.  Zudem bieten wir nur naturreine Säfte an. Auch die zum Abschmecken der Speisen verwendeten Gewürze kommen, wenn möglich, frisch aus unserem eigenen Klinikgarten. Wir vermeiden außerdem den Einsatz von Konservierungsstoffen, Geschmacksverstärkern oder Farbstoffen.

Wir bieten unseren Patienten ein reichhaltiges und vielfältiges Ernährungsangebot. Es gehört allerdings zu unserer ökologischen Auffassung, dass wir beispielsweise das Frühstücksbuffet nur nach Bedarf und auf gezielten Wunsch auffüllen. Jedem Patienten steht ein reichhaltiges Angebot an Speisen zu. Jedoch möchten wir der gegenwärtig vorherrschenden Wegwerfkultur entgegenwirken und daher nur das servieren, was tatsächlich gegessen wird – zumal wir keine Möglichkeit haben, Lebensmittel für andere Zwecke zu verwenden. Am Ende bleibt daher leider nur die Biotonne.

Jetzt wird gekocht

Heute nehmen wir Sie wieder mit in unsere Heiligenfelder Küche. Unsere Köche haben ein leckeres Gericht gezaubert, dass wir gerne Ihnen nicht vorenthalten wollen. Dieses Mal auf dem Menüplan: Putenschnitzel in Knusperhaube mit hausgemachten Gnocchi und Grilltomate an Estragonsoße für 5 Personen.

 

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Das Leben der Frau ist eine Kunst

Die Frau das Weib in mirLena Zimmermann, Studentin im Studiengang Gesundheitsmanagement in Heiligenfeld, hat sich Gedanken zur Rolle der Frau gemacht. Was dabei rauskam, bringt sie nachfolgend zum Ausdruck.

Die Anforderungen an die Frau sind hoch. So soll sie liebevolle Mutter und Familienunternehmerin, sorgsame Tochter und beste Freundin, Traum-Schwiegertochter und Karrierefrau, verständnisvolle Chefin und gute Kollegin, Lebensgefährtin, Ehefrau und Geliebte, Hausfrau, Köchin zugleich und am besten gleichzeitig sein.. Wie kann sie all diesen Rollen gerecht werden? Muss sie das überhaupt? Oder sollte sie sich für eine entscheiden? Ist sie eine Rabenmutter, wenn sie sich für einen Vollzeitjob entscheidet oder ein Hausmütterchen falls dagegen? Die Frau ist oft der Fels in der Brandung, an dem Wassertropfen und stürmische Wellen abprallen. Der Fels wird durch jeden einzelnen Tropfen geschliffen, die Persönlichkeit der Frau durch jede ihrer Rollen geprägt. Und das ist auch gut so. Doch was passiert, wenn der Fels zu brechen droht? Weiterlesen

Psychotherapie und Beziehungen

couple-1210023So vielgestaltig psychische Erkrankungen sein können, so ähnlich sind oft die damit einhergehenden Auswirkungen: Der Betroffene leidet darunter, erlebt teils massive Einschränkungen seiner Funktions- und Leistungsfähigkeit, seiner Lebensqualität insgesamt. Die Depression als häufigste psychische Erkrankung etwa bewirkt eine tiefgreifende Veränderung des Handelns, des Denkens und des Fühlens, mit deutlichen Folgen auch auf soziale Beziehungen, auf den Kontakt zu Freunden, Kollegen, Familienmitgliedern, und selbstverständlich auch gegenüber dem Partner. So kann die psychische Erkrankung im schlimmsten Fall zu einer „Zerreißprobe“ für die Beziehung werden. Entschließt sich der Betroffene dazu, eine Psychotherapie zu beginnen, entweder ambulant oder auch stationär, dann in der Hoffnung auf eine Linderung der Beschwerden und eine generelle Besserung des Befindens. Es bestehen Erwartungen an die Wirksamkeit der Therapie, an das Behandlungsergebnis und an die Zeit danach, und zwar sowohl beim Ratsuchenden als auch bei seinen Angehörigen. Doch was passiert, wenn diese Erwartungen nicht erfüllt werden? Gemeint ist hier nicht die mangelnde Wirksamkeit des Therapieverfahrens, sondern die Tatsache, dass der Betroffene im Verlauf der Therapie mehr und mehr die Haltung entwickeln kann, etwas in seinem Leben verändern zu wollen, entweder im Kleinen oder aber auch in Form einer grundlegenden Veränderung. Dies kann sich beispielsweise darauf beziehen, die Arbeitsstelle zu wechseln, den bisherigen Wohnort zu verlassen oder aber auch, für die aktuelle Partnerschaft keine Zukunft mehr zu sehen. Für Außenstehende sind solche Wünsche nach Veränderung manchmal nur schwer nachvollziehbar. Weiterlesen

Es gibt ein Leben nach dem Zusammenbruch – Ein Patienteninterview

forest-972800Die 44-jährige Lehrerin Andrea Falke ist verheiratet und hat vier Kinder. Neben ihrer Familie und dem Beruf pflegt sie ihre an Demenz erkrankte Mutter. Irgendwann bricht sie zusammen, ist ausgebrannt, es geht nicht mehr weiter. Sie entscheidet sich für eine stationäre Therapie in der Parkklinik Heiligenfeld in Bad Kissingen.

Während ihrem Aufenthalt in der Klinik haben wir Andrea Falke zu einem Interview getroffen und mit ihr über die Krankheit, ihre Hoffnungen und Ängste gesprochen.

Frau Falke, mit welcher Diagnose sind Sie in die Klinik gekommen?

Ich bin mit der Diagnose mittelschwere Depression und Burnout in die Klinik gekommen.

Wie kam es dazu?

Ich habe über Jahre über meine Kräfte gearbeitet bzw. einen Lebensstil geführt, der schon am obersten Level lag. Ich bin verheiratet, habe vier Kinder und arbeite als Lehrerin. Auch in der Schule habe ich viele Aufgaben übernommen. Wenn jemand für irgendwas gesucht wurde, eine hat sich immer gemeldet – im Zweifel war ich das. Ich habe insgesamt, schon immer auf einem sehr hohen Arbeitsniveau gelebt. Im vergangenen Sommer ist mein Vater gestorben, meine Mutter ist dement und damit kamen zusätzlich (emotionale) Belastungen und Aufgaben auf mich zu. Auch hier habe ich mich wieder verantwortlich gefühlt. Hinzukommt, dass meine Kinder teilweise recht „erziehungsintensiv“ sind. Es kam zu Vorfällen, die Ordnungsmaßnahmen wie Erziehungsmaßnahmekonferenzen u. ä. zur Folge hatten. Das hat mich stark belastet. Ich habe immer gedacht, ich kriege das alles gut bewältigt und strukturiert, indem ich mich entsprechend organisiere…weiter, weiter, weiter….Meine Freizeit bestand daraus, meine Mutter zu betreuen und zu besuchen und Wäsche zu falten. Hin und wieder mal laufen gehen. Aber im Grunde haben die Phasen der Entspannung gar nicht mehr gereicht, um den Rest aufzufangen. Weiterlesen

Ein Bericht aus der Organisationsentwicklung

Am Dienstag, dem 5. Juli 2016 hatten wir wieder eine ganz besondere Organisationsentwicklung. Die Organisationsentwicklung (OE) findet für gewöhnlich jeden Dienstag in der Zeit von 09:05 bis 10:20 Uhr statt. Bei der OE treffen sich die Mitarbeiter mit der Geschäftsleitung, um ein bestimmtes Thema zu behandeln, z. B. gesunde Ernährung, Qualitätsmanagement, Unternehmenskultur. Ziel dieser Veranstaltung ist es, dass Unternehmen Heiligenfeld gemeinsam weiterzuentwickeln. Dieses Mal drehte sich alles um das Thema „Kreativität“. Zusammen mit den anderen Kreativtherapeuten hat sich Christian Horras, Leiter der Kreativtherapie der Rosengartenklinik Heiligenfeld, der die Veranstaltung moderierte, etwas ganz Spannendes für die Heiligenfelder ausgedacht: Es ging darum, in verschiedenen Erfahrungsräumen Kreativität auf unterschiedliche Art und Weise zu spüren und aktiv zu nutzen. So gab es beispielsweise künstlerische, musische und tänzerische Angebote. Aber auch geistige Kreativität war gefordert. So war eine Gruppe damit „beauftragt“ aus Zeitungsartikeln ein Gedicht zum Begriff „Liebe“ zu verfassen. Eine andere Gruppe widmete sich der handwerklichen Kreativität, indem sie Objekte zu speziellen Fragestellungen aus Ton formten. In der Denkwerkstatt war kreatives Denken angebracht. Hier ging es darum Rätsel zu lösen. Wer Lust hatte, konnte sich als Maler versuchen. Hier hieß es sein Gegenüber zu portraitieren ohne auf sein Blatt zu schauen.

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Depression: Eine Krankheit, die man nicht haben darf

Bild 2Die soziale Stigmatisierung von Menschen mit psychischen Erkrankungen behindert oft eine frühzeitige Diagnose und Behandlung. Aufgrund der negativen Attribute, die mit psychischen Erkrankungen verbunden werden, gehen viele Betroffene nicht oder erst spät zum Arzt, um die Diagnose „psychisch krank” zu vermeiden.

Obwohl Depressionen heute sehr gut behandelbar sind, erhalten laut Weltgesundheitsorganisation WHO weniger als 25 Prozent aller Betroffenen eine adäquate Behandlung. Über die Hälfte aller Depressionen bleibt trotz Arztbesuch unerkannt. Häufig werden körperliche Symptome als Ersatz für psychische Beschwerden geschildert: Die Patienten klagen nicht über depressive Verstimmung, sondern über Beschwerden, die zunächst auf eine körperliche Ursache oder Erkrankung hinzuweisen scheinen. Oft wünschen depressive Patienten vom Hausarzt z. B. nur Medikamente gegen ihre Kopf- oder Rückenbeschwerden oder gegen die Schlafstörung.

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