Angst vor Anderen

Ortsschild "Teilnahme am Leben"

„Phobien“ sind irrationale Ängste vor ganz bestimmten Dingen oder Situationen Dabei ist dem Betreffenden meistens bewusst, dass seine Ängste hinsichtlich der Bedrohungsquelle und in ihrer Intensität unangemessen stark sind. Auslöser einer phobischen Reaktion können die unterschiedlichsten Dinge sein. Häufig ist die sogenannte soziale Phobie, d. h. das Auftreten starker Ängste bis hin zur Panik in bestimmten sozialen Situationen. Die Betroffenen haben z. B. übermäßige Angst vor öffentlichen Auftritten oder davor, sich zu blamieren. Oft wird gar nicht die Angst als das hervorstechende Symptom empfunden. Stattdessen stehen häufig körperliche Symptome, wie etwa Schwindel, Herzrasen, Zittern, verminderte Belastbarkeit oder auch Magen-Darm-Beschwerden im Vordergrund. 

Warum Angststörungen?

Eine mögliche Erklärung für diese Angststörung geht dahin, dass Menschen mit sozialen Phobien Angst vor der Bewertung durch andere Menschen haben, weil sie gerade durch deren Bewertung nach sozialer Anerkennung streben.  Sie fürchten, die Erwartungen Anderer nicht zu erfüllen und auf Ablehnung zu stoßen. Sie fürchten außerdem, dass ihnen ihre Nervosität oder Angst angesehen werden könnte, was ihre Angst oftmals noch weiter verstärkt. Oft arbeiten sie hart an sich, setzen sich unter Leistungsdruck, sind perfektionistisch. Viele beziehen ihr Selbstwertgefühl ausschließlich über die Arbeit. Wer unter einem erhöhten Angstlevel arbeitet, fühlt sich zwar häufig ausgeliefert und unwohl,  registriert aber möglicherweise gar nicht, dass sein Angstempfinden übermäßig ausgeprägt ist. Ein Mitarbeiter oder eine Führungskraft mit überhöhter Angst vor wird sich noch mehr ins Zeug legen als jeder andere im Unternehmen.

Welche Folgen können Angststörungen haben?

Damit ist er auch stärker gefährdet, Stress-Folgeerkrankungen zu erleiden bzw. in eine Burnout-Entwicklung zu geraten. Typisch für Phobien ist, dass die angstauslösenden Situationen gemieden werden. Bei sozialen Ängsten mündet dieses Vermeidungsverhalten oft in eine soziale Isolierung sowie ein Zurückbleiben hinter den eigenen Möglichkeiten bei der Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung und im Beruf. Steigt der Druck, werden häufig Alkohol oder Medikamente konsumiert. Daraus entstehen schnell zusätzliche Abhängigkeitserkrankungen und in der Folge auch depressive Entwicklungen. Schätzungsweise zwei bis zehn Prozent der Bevölkerung leiden unter sozialen Ängsten, wobei sich diese in ihrer Ausprägung stark unterscheiden können. Für die Behandlung stehen gut wirksame Therapieverfahren zur Verfügung. Wenn es die Schwere der Symptomatik erfordert, muss die Therapie stationär erfolgen.

Die Parkklinik Heiligenfeld hat dafür einen ganzheitlichen Therapieansatz entwickelt:

Bereits im Aufnahmegespräch wird ein individueller Therapieplan ausgearbeitet. Gruppentherapien zur Stärkung der Ich-Funktion und zum Umgang mit Konflikten werden ergänzt durch die Vermittlung von Entspannungsverfahren. Allgemeines Wissen über die Erkrankung wird in einer speziell für Patienten mit Angsterkrankungen konzipierten Gruppe vermittelt. Innerhalb der Gruppentherapie werden Situationen getestet und Reaktionsmuster geübt und analysiert.In Einzeltherapie wird die konkrete Erlebenswelt des Patienten besprochen und unter Zuhilfenahme der erlernten Techniken und des nun vorhandenen Wissens eine Gestaltung des Alltags geplant. Der Patient ist vor die Aufgabe gestellt, zum Experten in Sachen Stressmanagement, Angstreduktion und vorausschauendem Beurteilen von potentiell angstauslösenden Situationen zu werden.

Zur Vorbereitung auf das häusliche Umfeld und nimmt der Patient in der Parkklinik an speziellen Therapiegruppen teil, die Nachsorgeangebote und die Vermittlung von Selbsthilfegruppen zum Inhalt haben.

Literaturempfehlung

Raus aus dem Schneckenhaus

Über sechs Millionen Deutsche leiden unter sozialen Ängsten. Manche Betroffene sind nur schüchtern, andere ziehen sich ganz von der Außenwelt zurück, weil sie meinen,von anderen abgelehnt zu werden. Hans Morschitzky und Thomas Hartl erklären die vielfältigen Formen sozialer Angst, ihre Ursachen und Auswirkungen. Ein umfangreicher Praxisteil enthält Übungen zur Stärkung des Selbstwertgefühls und Ratschläge zum Umgang mitder sozialen Angst.

Das Buch „Raus aus dem Schneckenhaus“ ist im Shop Heiligenfeld erhältlich.

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