Behandlungserfolg und Patientenzufriedenheit

In den USA wird zunehmend Druck auf Krankenhäuser ausgeübt, die Patientenzufriedenheit zu einem wichtigen Maßstab für das Niveau des Krankenhauses werden zu lassen: Wenn ein Patient ein Krankenhaus als “exzellent” einstuft, dann wird das in nationalen Studien aufgeführt. Dies soll langfristig nicht nur für Patienten als Messlatte dienen, sondern ab Oktober 2012 vom US-Staat festgelegte Grundlage sein, um die Höhe der Vergütung festzulegen; schlechter bewertete Krankenhäuser erhalten dann weniger Vergütung.

Was auf den ersten Blick vernünftig und patientenorientiert klingt, ist nicht unproblematisch. Schließlich hat ein Patient häufig eine im Verhältnis zum therapeutischen Team verzerrte Priorisierung: Während die Therapeutin durchaus bereit ist, es als unwichtiges Übel anzusehen, wenn die ausgewogene Ernährung und die Farbgebung der Teppiche nicht dem Geschmack des Patienten entsprechen, er dafür aber gesund wird, ist der Patient aber dennoch verstimmt.

Nicht jedes Feedback in einer Therapiesitzung wird – bei aller Achtsamkeit – uneingeschränkte Begeisterung beim Patient auslösen; möglicherweise gibt der Patient dem Arzt eine schlechte Bewertung, obwohl dieser sich aufgeopfert hat für das Wohl des Patienten. Wie wird die Beurteilung ausfallen, wenn das Zimmer nicht nach Südwesten ausgerichtet, die Mahlzeiten zu gesund waren? Das mag oft wichtiger für viele Patienten für ihre Evaluierung sein als der für einen Patienten schwieriger zu greifende Therapieerfolg oder -misserfolg.

Therapieerfolg ist für unsere Gesellschaft selbstverständlich geworden: Dass  gerade bei einer schwerwiegenden psychischen Erkrankung  nicht die volle Arbeitsfähigkeit, wohl aber eine deutliche Genesung das Ergebnis der stationären Therapie ist und dass es einer ambulanten Nachsorge bedarf, wird häufig ausgeblendet. Das Primärziel einer Klinik soll und muss eine restitutio ad integrum sein. Dass dann gar auf solchen Fragebögen Geldzahlungen basieren sollen, wie in den USA geplant, ist absurd. Doch nicht umsonst sind Politiker weder Ärzte noch Krankenpfleger, sondern eben fachfremd.

Auch in Deutschland existieren diverse Bewertungsplattformen im Internet und Zeitschriften. Aussagefähiger sind hier die Einschätzungen der einweisenden Ärzte; siehe unten.

Behandlungsergebnisse der Heiligenfeld Kliniken Bad Kissingen I/2012

 Grundinformationen

  • Analyse der Einweiserbefragungen (1. Halbjahr 2012)
  • 140 Fragebögen wurden ausgewertet
  • Statistik ist häuserübergreifend
  • es wurden Einweiser aus verschiedenen Fachbereichen befragt (z.B. Allgemeinarzt, Psychotherapeut, Internist, …)

 

Beurteilung des körperlichen BefindensBeurteilung des sozialkommunikativen Verhaltens

 

 

 

 

 

Beurteilung des psychischen BefindensVorstellung vom Behandlungserfolg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Stefan Schneider

Stefan Schneider

Stefan Schneider ist Gesundheitsreferent in den Heiligenfeld Kliniken. Er ist zuständig für die Betreuung von Lehrern und Beamten. So bietet er unter anderem Workshops für Schulen und Behörden an. In den Kliniken betreut er die Burn-out-Gruppe und das Lehrercoaching. Weitere Informationen zu den einzelnen Autoren finden Sie auch unter dem Menüpunkt "Über den Blog und seine Autoren".

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