Bin ich hochsensibel?

HochsensibilitätImmer wieder diese Vorwürfe, ich wäre viel zu empfindlich. Ja, vielleicht war es für mich manchmal zu viel auf einmal und vielleicht bin ich sehr harmoniebedürftig. Ja, vielleicht nehme ich Spannungen und Unstimmigkeiten in meinem Umfeld sehr schnell wahr. Warum aber wird mir ständig vorgehalten, dass ich deshalb anders bin als andere?

Nach verschiedenen Tests habe ich herausgefunden, dass ich tatsächlich anders bin. Ich bin hochsensibel. Das bedeutet, wenn sich in meinem gewohnten Umfeld etwas verändert, nehme ich das schneller wahr als andere Menschen. Unstimmigkeiten, Unwohlsein und Aufregung beeinflussen mein eigenes Wohlbefinden, so dass ich mich schnell an einen ruhigen Ort zurückziehen möchte. Viele Dinge auf einmal erledigen zu müssen, überfordert mich. Meist bin ich bestrebt, keine Fehler zu machen und geradezu perfektionistisch zu handeln. Mit Anzeichen von Gewalt oder Aufregung kann ich kaum umgehen. Leider macht all das es mir schwer, mich richtig zugehörig zu fühlen und mich in sozialen Gruppen zu integrieren. Viele Menschen haben idealisierte Vorstellungen, wie ich als Mensch sein sollte und begegnen Menschen wie mir mit Vorurteilen. Menschen wie mir, die anders sind als sie selbst. Dabei ist gerade Hochsensibilität etwas, das auch viele Vorteile hat. Heutzutage ist es wichtig, diese Empfindsamkeit zu zeigen.

Ein erster und wichtiger Schritt, mit Hochsensibilität umzugehen, ist, die Situation anzunehmen und als solche zu akzeptieren. Als hochsensibler Mensch kann man die erhöhte Empfindsamkeit nicht einfach abschalten oder loswerden. Jedoch kann man lernen, damit umzugehen. Das Ziel sollte sein, Stress im Umfeld auf jeden Fall zu reduzieren oder zu meiden. Das eigene Wohlbefinden muss immer im Auge behalten werden. Nur wenn ich selbst erkannt und akzeptiert habe, dass anders zu sein, nichts Negatives bedeutet, wird es auch einfacher, von meinem Umfeld als hochsensible Person angenommen zu werden.

Parkklinik Heiligenfeld – Therapieangebot für Menschen mit Hochsensibilität

Die Parkklinik Heiligenfeld bietet seit Oktober 2016 ein Therapieangebot für Menschen mit Hochsensibilität Das Therapieangebot orientiert sich sowohl an den spezifischen Bedürfnissen der Betroffenen als auch an den Zielen der Behandlung. Erreicht werden soll ein verbessertes Verständnis für das Wesensmerkmal „Hochsensibilität“, ebenso wie eine tiefere Einsicht in damit einhergehende Anforderungen und Besonderheiten in der Gestaltung des beruflichen und privaten Alltags sowie in Beziehungen. Die Teilnahme an einer speziellen Indikationsgruppe stellt ein wesentliches Element der Behandlung in den Heiligenfeld Kliniken dar. Vermittelt werden hierin grundlegende Informationen zur Hochsensibilität: Was zeichnet hochsensible Personen aus? Worin liegen die „Vorteile“, worin die „Nachteile“ dieser Eigenschaft? Und weshalb besteht bei hochsensiblen Menschen ein erhöhtes Risiko für psychische Belastungen bis hin zur Entstehung einer diagnostizierbaren psychischen Erkrankung? Die Teilnehmer sollen mehr über sich selbst und ihr spezifisches Persönlichkeitsmerkmal erfahren. Und es soll vermittelt werden, wie mit erhöhtem Stress besser umgegangen werden kann. Durch praktische Übungen, durch den Austausch miteinander sowie durch ein speziell an die Anforderungen der Hochsensibilität angepasstes therapeutisches Umfeld, innerhalb dessen die Patienten intensiv begleitet und betreut werden.

Weitere Informationen zum Therapieangebot für Menschen mit feiner Wahrnehmung und dem Selbsttest zur Hochsensibilität finden Sie hier.

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Marina Prieb

Marina Prieb ist für das Online-Marketing in den Heiligenfeld Kliniken verantwortlich und schreibt für den Blog und die Social Media-Kanäle.

8 Kommentare


  1. „Heutzutage ist es wichtig, diese Empfindsamkeit zu zeigen“ – ein bemerkenswerter Satz. In all der zunehmenden Verrohung unserer Gesellschaft in so vielen Lebensbereichen, sind es doch gerade hochsensible Menschen, die eine andere Qualität in das Miteinander tragen. Ich wünschte, es gäbe eine große Anzahl hochsensibler Menschen. Und anders als das Gegenüber ist ohnehin jedes Individuum. Das macht unser Leben bunt und gibt uns die Möglichkeit zum Staunen über die Vielfalt des Mensch-Seins.

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  2. Kann denn diese Hochsensibilität auch zu Depressionen führen, und dann nur dieser Weg: Therapeut, Psychiatrie, und nicht mehr gesund werden können durch Medikamente die mehr schaden als nutzen.

    In der Psychiatrie werden nach meinem Einblick mehr oder weniger hauptsächlich Pharma-Psycho-Zombies gezüchtet!

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    1. Sehr geehrte Kommentatorin,

      Hochsensibilität selbst ist ein Persönlichkeitsmerkmal, eine Eigenschaft, die an sich weder gut noch schlecht ist. Jedoch spricht vieles dafür, dass hochsensible Personen verletzlicher sind, was den Umgang mit (anhaltendem) Stress angeht. D.h. sie reagieren empfindsamer darauf und kommen schneller als weniger sensible Menschen an einen Punkt, an dem sie sich überreizt, überlastet und überfordert fühlen. Georg Parlow schreibt in seinem Buch „Zart besaitet“, „dass hochsensible Menschen für psychoemotionale Verletzungen merklich anfälliger sind als der Rest der Menschheit“. Er spricht von einer „innere[n] Dünnhäutigkeit“, was ich persönlich für ein sehr treffendes Bild halte. Hochsensibilität führt keinesfalls automatisch oder zwangsläufig zu einer psychischen Erkrankung, etwa einer Depression, kann jedoch deren Entstehung begünstigen – vor allem dann, wenn der hochsensible Mensch in einem Umfeld lebt, welches die Hochsensibilität nicht versteht oder sogar ablehnt.
      Hochsensibilität kann nicht mit Medikamenten behandelt werden, sie kann nicht „weggemacht“ werden. Psychische Erkrankungen dagegen „verlangen“ mitunter den Einsatz von Psychopharmaka, wobei hierüber sicher intensiv diskutiert werden könnte und es immer Gegner und Befürworter geben wird. Und das Spektrum sowohl der psychischen Leiden als auch der medikamentösen Möglichkeiten ist breit gefächert und variiert enorm in Schweregrad und Einfluss auf das Leben der Betroffenen. Dadurch fällt es natürlich sehr schwer, eine allgemeine Aussage zu formulieren. Ihr Einblick in das psychiatrische Feld spiegelt sicher eine gewisse Realität wider, deren Quantifizierung jedoch enorm schwer zu fassen ist.

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  3. Ich freue mich sehr, dass es dieses neue Konzept gibt. Vielen Dank auch für den differenzierten Beitrag. Nur schade, dass dieses anscheinend nur bestimmten Personengruppen wie Privatversicherten zugänglich ist. Immerhin sind bis zu 20 Prozent der Bevölkerung hochsensibel. Und vermutlich sucht sich eine große Anzahl erkrankter hochsensibler Menschen Heiligenfeld als Klinikort aus. Während meines Aufenthaltes in der Rosengarten Klinik traf ich viele Hochsensible, die gerne thematisch an diesem Thema gearbeitet hätten.

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  4. Ich schließe mich meinem Vorredner an. Es ist einerseits phantastisch, dass das Thema Hochsensibilität endlich eingang in stationäre Psychosomathik findet. Andererseit ist der angebotene Weg nur Privatpatienten zugänglich. Gerade HSP erleiden aber wenn sie Hilfe bedürfen im Psychiatrierahmen weitere schwere Verletzungen, die eine angemessene Therapie so dringend nötig machen würde. Bleibt zu hoffen, dass dieses Vorbild bald Schule macht. Ich denke auch, dass sich in den Heiligenfeldkliniken besonders viele HSP zur Therapie einfinden. Ich selbst habe einen deutlichen Unterschied in der Verbundenheit mit meinen Mitstreitern gegeüber vorherigen Kliniken wargenommen.

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  5. Ich freu mich das das Thema, der Hochsensibiltät nun Einzug nach Heiligenfeld hielt.
    bedauerlicherweise, wurde imJahr 2013 dieses noch zu wenig bei meinem Aufenthalt in Rosengarten beachtet.
    trotzalledem war es eine Bereicherung auf meinem Weg, heilungswege finden.
    es war für meine zeitlebens schwer, mit dieser Hochsensibilität zu leben.

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