Depressionen – mehr als nur ein „schlechter Tag“

Depression

Im Monat März möchten wir uns dem Thema Depression und Burnout widmen und die verschiedenen Aspekte dieser Erkrankung vorstellen.

Depressionen zählen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Ihre Auswirkungen – auf die Lebensqualität der Betroffenen, auf deren Umfeld, berufliche Situation usw. – sind enorm. Gleichzeitig werden viele Depressionen übersehen oder die Beschwerden falsch interpretiert und diagnostiziert.

Auch haben leider noch immer viele Menschen – trotz intensiver Aufklärungsarbeit in den letzten Jahren – ein falsches Bild von Depressionen. Obwohl diese weit verbreitet sind, herrscht vielerorts nach wie vor Verunsicherung und Sprachlosigkeit. Muss man sich schämen, an einer Depression, Angsterkrankung oder sonstigen psychischen Störung zu leiden? Ganz klar nein! Leider sehen jedoch noch immer viele eine Art „persönliches Versagen“, fühlen sich schwach, den „normalen“ Herausforderungen des Lebens nicht gewachsen. Schluss damit! Wie jede andere Erkrankung auch – egal ob körperlich oder psychisch – haben Betroffene ein Recht darauf, mit ihren Beschwerden ernstgenommen und wirksam behandelt zu werden. Niemand würde auf die Idee kommen, mit einem gebrochenen Arm den Gang zum*zur  Arzt*Ärztin zu scheuen. Oder so zu tun, als sei alles in bester Ordnung. Psychische Erkrankungen, vor allem auch Depressionen, können erfolgreich behandelt werden, auf unterschiedlichstem Wege und je früher, desto besser. Vielleicht ist aber der erste Schritt der schwerste: Sich selbst einzugestehen, dass etwas nicht stimmt. Klar, einen gebrochenen Arm kann man nicht übersehen, eine Depression aber eventuell eine Zeit lang überspielen. Besser wird es dadurch allerdings nicht, sondern im Gegenteil oftmals immer schwerer, sich aufzuraffen und etwas gegen die zunehmende „Verdunkelung des eigenen Selbst“ zu unternehmen.

Das bedeutet: Nicht allein bleiben, sondern ein vertrauensvolles Gespräch suchen – innerhalb der Familie, mit engen Freunden oder dem*der Hausarzt*Hausärztin. Denn Fakt ist: Nachdem der erste Schritt geschafft ist, resultiert oftmals eine große Erleichterung. Und man kann gemeinsam überlegen, was als Nächstes zu unternehmen ist, welche Möglichkeiten es gibt und wo man Hilfe findet!

Bin ich depressiv?

Die Depression zählt zu den sog. affektiven Erkrankungen, mit vorrangigen Auswirkungen auf die Gestimmtheit der Betroffenen. Diese erleben sich niedergedrückt, oft auch pessimistisch und hoffnungslos, ohne Energie, im Antrieb vermindert und ohne ein Interesse an Dingen und Aktivitäten, die vormals Freude bereitet haben. Um eine Depression im medizinischen Sinne diagnostizieren zu können, müssen die Beschwerden über einen Zeitraum von mind. zwei Wochen vorliegen. Neben den Auswirkungen auf die Stimmungslage der Betroffenen zählen hierzu auch Symptome wie Appetitminderung, Gewichtsverlust, Schlafstörungen, ein nachlassendes sexuelles Interesse oder auch Gedanken daran, nicht mehr leben zu wollen. Je nach Anzahl der vorhandenen Symptome unterscheidet man zwischen leichten, mittelgradigen und schweren depressiven Episoden.

Sollten Sie sich in dieser Beschreibung wiederfinden, sprechen Sie bitte mit Ihrem Hausarzt und schildern Sie Ihre Beschwerden. Vor allem, wenn Lebensüberdrussgedanken auftreten, teilen Sie diese mit! In den allermeisten Fällen handelt es sich dabei um die Folge einer depressiven Erkrankung, die erfolgreich behandelt werden kann!

Um für sich selbst eine erste Orientierung zu erhalten, können Sie den nachfolgenden Selbsttest online ausfüllen. Er basiert auf den Kriterien des ICD-10, des Diagnosemanuals der Weltgesundheitsorganisation. Anhand der Beantwortung einiger kurzer Fragen bekommen Sie einen ersten Hinweis darauf, ob bei Ihnen möglicherweise eine Depression vorliegt.

Hier geht es zum Online-Selbsttest Depressionen

Das Wichtigste zum Schluss

Eine Depression ist eine echte Erkrankung und hat nichts mit Schwäche oder Versagen zu tun! Es gibt wirksame Behandlungsmöglichkeiten, und jeder hat ein Recht darauf, diese in Anspruch zu nehmen!

Weitere Informationen zur Depression und den Behandlungsmöglichkeiten in den Heiligenfeld Kliniken finden Sie hier.

6 Kommentare


  1. Genauso geht es mir und obwohl ich es rational weiß mich nicht zu schämen tue ich es.
    Was mir schwer fällt ist es meiner Außenwelt zu erklären wie es mir geht.
    Nicht ohne Grund habe ich eine Reha in Heiligenfeld beantragt und die Zusage bekommen. Nun warte ich das ein Platz für mich frei wird.
    Euch noch einen schönen Tag!

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    1. Sehr geehrte Frau Rempe,
      vielen Dank für Ihre Rückmeldung! Sie haben Recht – zu erklären, wie sich eine Depression anfühlt, kann mitunter sehr schwer sein, und manche werden es vermutlich einfach nicht nachvollziehen können. Wichtig finde ich, dass Sie sich entschieden haben, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Auch diesbezüglich herrscht leider noch immer vielfach eine große Zurückhaltung.
      Ich wünsche Ihnen alles Gute und hoffe, dass Ihre Behandlung bald beginnen wird.

      Viele Grüße
      René Greiner

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  2. Sehr schöner Artikel. Depressionen sie wie jede andere Erkrankung behandlungsbedürftig. Ich verstehe nicht warum so viele Menschen noch immer Probleme damit haben sich Hilfe zu suchen. Man hört dann so Dinge wie: Du kannst dein Berufsunfähigkeitsversicherung vergessen wenn du beim Psychologen warst usw. Keine Ahnung ob das stimmt, aber so etwas sollte einfach im Hintergrund stehen.

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