Die Atmung – Dreh- und Angelpunkt jeder Übung

Wie bereits 2011 angefangen, möchten wir Ihnen weitere Übungen zum Atmen geben. Der nachfolgende Text ist zitiert aus dem Buch „Handbuch Stressbewältigung“ von Doris Kirch. Doris Kirch ist Geschäftsführerin und Inhaberin des Deutschen Fachzentrums für Stressbewältigung, das unser Kooperationspartner am Kongress „Wirtschaft und Gesundheit“ vom 16. bis 19. Mai 2012 ist. Vielen Dank an Doris Kirch für die Erlaubnis, aus ihrem Buch zu zitieren!

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Stress kann uns gehörig den Atem verschlagen. Wer unter Stress steht, atmet eingeschränkt, und das ist nicht gut, denn atmen ist weit mehr als nur „Luft holen“. Die Atmung, ihre verschiedenen Aspekte und die therapeutische Atemarbeit sind ein weites Feld – zu weit, um im Rahmen dieses Buches detailliert darauf einzugehen. Wir beschränken uns hier auf das, was im Zusammenhang mit Stress von besonderer Bedeutung für Sie ist.

Eine ungenügende Atmung kann dem Sauerstoffbedarf des Organismus nicht gerecht wer-den. Als Folge davon treten Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Verspannungen, Verkrampfungen und verschiedene körperliche Erkrankungen auf. Wie Sie bereits wissen, sind das alles Symptome, die bereits durch den Stress für sich genommen entstehen. Die verminderte Atmung verschlimmert diesen Prozess also zusätzlich. Unsere Körperzellen brauchen Sauerstoff als Treibstoff für Energiegewinnungsprozesse und das bedeutet: Je weniger Sauerstoff Sie in Ihren Körper bekommen, desto geringer ist Ihre Lebensenergie.

Der Lebenskraft wird in der indischen Yogalehre eine besondere Bedeutung zugemessen. Dort heißt es, dass wir über drei Wege Energie (Prana) aufnehmen können: über das Essen von Nahrungsmitteln, durch geistige Nahrung – und durch die Atmung.

Unter Stress verlernt man schnell, natürlich zu atmen. Atemübungen dienen dazu, wieder zur natürlichen Atemtiefe zurückzukehren.
Üblicherweise werden die Atemmuskeln dem unwillkürlichen Nervensystem zugerechnet, das bedeutet unter anderem, dass sie von unserer psychischen Grundstimmung beeinflusst werden. Aber das so genannte autonome Nervensystem ist nicht ganz so autonom und unwillkürlich, wie allgemein angenommen. Einerseits geschehen die Atembewegungen automatisch, aber andererseits können wir durchaus Einfluss auf dieses Geschehen nehmen. Diese Möglichkeit machen wir uns bei unseren Übungen zunutze. Mittels spezieller Atemtechniken sorgen wir für eine tiefe, natürliche Atmung, die sich beruhigend auf das ganze Nervensystem auswirkt und Lebenskraft aufbaut. Poetisch ausgedrückt könnte man sagen, dass der bewusste Atem den Strom der Stille ungehindert fließen lässt und zu Konzentration und innerer Ruhe führt.

Es gibt unzählige Möglichkeiten, mit dem Atem zu arbeiten; viele „Lehren vom Atembewusstsein“. Im Wesentlichen werden sie unterschieden in Übungen zur Atembeobachtung und Übungen zur Lenkung des Atems.

Nachfolgend  haben wir einige Übungen für Sie zusammengestellt, die durch ihre Einfachheit verblüffen. Das sollte Sie jedoch nicht dazu verführen, sie zu unterschätzen: Vielleicht liegt gerade in dieser Einfachheit das Geheimnis ihrer hohen Wirksamkeit.

Bitte beachten Sie beim Üben Folgendes:

  • Führen Sie die Übung – wenn nicht anders angegeben – aufrecht sitzend aus.
  • Wo nicht anders angegeben, wird durch die Nase geatmet. Die Nase ist am Atemvorgang beteiligt und hat sozusagen eine vorbereitende Funktion. Die natürlichen Widerstände in der Nase   (Form, Härchen) unterstützen die koordinierte Zusammenarbeit aller am Atemvorgang beteiligten Muskelgruppen. Außerdem wird die Atemluft vorgefiltert, sodass gut vorbereitet Luft in die Alveolen gelangt. Wenn Sie durch den Mund atmen, unterbleibt diese Vorbereitung, die in den tieferen Atemwegen nicht mehr nachgeholt werden kann.
  • Halten Sie den Atem nie zu lange an. Atempause bedeutet, dass es eine natürliche, gemütliche Pause sein sollte.
  • Achten Sie beim Atmen darauf, dass Sie nicht hektisch werden und anfangen zu hyperventilieren. Das wäre zwar nicht schlimm, aber wer sich mit solchen Zuständen nicht auskennt, dem könnten sie etwas Unbehagen bereiten.

 

Übungen

Atemwege freiklopfen
Atmen Sie mehrmals tief aus und beklopfen Sie dabei mit Ihren Fingern leicht den Brustkorb. Wenn Sie das mit jemandem gemeinsam üben, klopfen Sie sich zusätzlich auch den Rücken ab.
Bei Immobilität sammelt sich vermehrt Kohlendioxid in der Lunge an. Diese Übung hilft dabei, es abzuatmen, und automatisch strömt frische Luft nach. Auf diese Weise wird auf den Bronchien liegen gebliebener Schleim gelöst und ausgeschieden.

Erdung nach geistiger Überbeanspruchung
Verlegen Sie bewusst die Atempause ans Ende der Ausatmung. Die Energie im Körper sinkt nach unten, die Atemmuskulatur entspannt sich und diese Entspannung überträgt sich auf den gesamten Organismus.

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Kathrin Schmitt

Kathrin Schmitt

Kathrin Schmitt ist Kommunikationsmanagerin und seit 2009 bei den Heiligenfeld Kliniken unter anderem für den HeiligenfeldBLOG verantwortlich. Schreiben gehört zu ihren größten Leidenschaften.

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