„Eine höhere Perspektive einzunehmen, ist oft der erste Heilungsschritt“

"Eine höhere Perspektive einzunehmen, ist oft der erste Heilungsschritt"

Wie ganzheitliche Psychotherapie den Therapeuten mit dem Patienten verbindet

Womit identifizieren wir uns? Dies ist eine Frage, die uns zur Spiritualität in der Psychotherapie führt. Wer bewusst in sich spürt, merkt, dass es da etwas gibt, das über die alltägliche Wahrnehmung hinausgeht, etwas, was wir meist nicht erklären können. Und, da alles in der Welt möglichst erklärbar sein soll, schweigen wir darüber und vergessen dieses Spüren. „Eine Öffnung zu uns selbst passiert oft erst in einer Krise, wenn menschliche, finanzielle Verluste oder eine Krankheit zu verarbeiten sind“, so Lara Pietzko, Kreativtherapeutin.

Die Frage nach Ursache und Sinnhaftigkeit

„Unsere Therapieansätze sehen den ganzen Menschen. Dazu gehören nicht nur Körper, Geist und Seele, sondern auch die Anbindung der Seele an etwas Gemeinsames, in dem alle Menschen, bewusst oder unbewusst, verbunden sind.“ Glückseligkeit sei in der Alltagswelt nur sehr begrenzt zu finden, so Lara Pietzko. „In einer Krise bemerken wir, dass die Alltagswerte nicht mehr zählen, und hier beginnt die Frage nach der Ursache und der Sinnhaftigkeit.“  Sie verweist dabei auf das ganzheitliche Therapiekonzept des Heiligenfeld-Gründers Joachim Galuska, Facharzt für Psychotherapie und Psychosomatische Medizin, der von der fundamentalen Ganzheit des Seins ausgeht. Diese sei jedem Menschen gegeben, werde jedoch in der Regel nicht erlebt: „Man könnte sagen, wir leben zwar die Ganzheit, sind ihrer jedoch nicht gewahr, denn wir fühlen uns von ihr getrennt.“

Tiefere Erkenntnis erlangen

Die meisten Patienten in Heiligenfeld profitieren von dem ganzheitlichen Therapieansatz, der immer die Perspektive auf den Menschen in seiner Verbindung zu seinem ‚göttlichen Selbst‘ einnimmt. „Eine höhere Perspektive einzunehmen, ist für die Patienten oft der erste Heilungsschritt,“ so Lara Pietzko – das Anerkennen, wie schwer z. B. ein Unfalltrauma ist und doch zu einer tieferen Erkenntnis zu erlangen: „Etwas in Ihnen hat Sie überleben lassen, und deshalb sind Sie jetzt hier!“

Eine gesunde Anbindung an das höhere Selbst

Wenn der Therapeut sich selbst mit dem gemeinsamen Ursprung aller Menschen verbunden fühlt, kann er dem Patienten in seiner Situation die Hand reichen. Auch der Behandler ist ein verletzlicher Mensch. Es geht nicht um Mitleid, sondern um seine Fähigkeit, dem Patienten Mitgefühl zu vermitteln, ihn in seiner Situation zu ’sehen‘, ohne als Therapeut selbst ins Leid zu kommen. Hier erwähnt Lara Pietzko die Seminarreihe ‚Beseelte Psychotherapie‘ aus dem Programm der Akademie Heiligenfeld. „Aus einer gesunden Anbindung des Therapeuten an das höhere Selbst kann er die Intuition entwickeln, die ihm letztendlich den Zugang zum Patienten vermittelt. Wer nur streng Psychotherapie-Richtlinien umsetzt, könnte am Menschen vorbeitherapieren und sich selbst enorm belasten.“

Die Verbindung der Seele

Ganzheit zu spüren, ins Jetzt zu kommen – hier liegt der Zugang zum verborgenen Anteil, der Verbindung der Seele zum höheren Selbst.  Neben Meditation und Achtsamkeitstraining ist die Kreativtherapie mit ihren vielseitigen Möglichkeiten in Heiligenfeld ein wichtiger Anteil der ganzheitlichen Psychotherapie.

Neue Erfahrungsräume

„Wir finden damit zu den Patienten ganz andere Zugangswege,“ so Lara Pietzko. „Unsere Erfahrung ist, das gerade nonverbale Verfahren viel mehr Themen und Ressourcen sichtbar werden lassen.“ Es gehe um Möglichkeiten, sich in einem geschützten Rahmen schöpferisch auszudrücken und neue Erfahrungsräume zu eröffnen. In der Rhythmustherapie TaKeTiNa beispielsweise können körperliche wie emotionale Muster deutlich werden und sich lösen. „Damit kann der Patient seine Freude am Spiel wieder entdecken. Innere Grenzen und Opferhaltungen können aufgegeben werden zugunsten einer Schöpferkraft, die uns alle beseelt, und die einfach nur vergessen wurde.“

Lara Pietzko

Lara Pietzko ist Referentin der Akademie Heiligenfeld, approbierte Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin (TP) und Dipl.-Sozialpädagogin. Sie war mehrere Jahre als Kreativtherapeutische Leitung unserer Klinik in Berlin sowie als Leitende Therapeutin des Fachbereichs Kreativtherapie für alle Heiligenfeld Kliniken tätig.

 

 

 

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Renate Kaack

Renate Kaack ist als Gesundheitsreferentin in Heiligenfeld für die Kommunikation mit den zuweisenden Ärzten und Psychotherapeuten verantwortlich. Sie liebt Schreiben und ist u.a. für die Redaktion der Newsletter zuständig.

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