Eine Krise mitten im Leben?! – Midlife Crisis

Man on topEr grübelt schon seit Wochen – ob alles einen Sinn macht. Eigentlich möchte er sich eine Harley Davidson kaufen und los fahren, irgendwohin, Richtung „Freiheit“. Aber hier ist sein geregeltes Leben und die Pflichten, die täglich erfüllt werden müssen. Die Gefühle fahren Achterbahn und er stellt sich immer wieder die gleiche Frage: „Vielleicht sollte ich mich scheiden lassen und irgendwo ganz neu anfangen.“

Fast alle Menschen um die 40 ziehen Bilanz und hinterfragen ganz kritisch ihr bisheriges Leben. Wo stehe ich? Habe ich alles erreicht, was ich mir vorgenommen habe? Dieses Phänomen nennt man kurz und knapp „Midlife Crisis“ – eine Krise mitten im Leben.

Dem Klischee nach wird die Midlife Crisis den Männern zugeschrieben. Man meint, dass es das Pendant zu den Wechseljahren der Frau ist. Doch es betrifft Männer und Frauen gleichermaßen. Das besagt eine Studie des Wissenschaftles David Blanchflower aus den USA und Andrew Oswald aus England, die Daten von mehr als zwei Millionen Menschen aus über 80 Nationen ausgewertet haben. Die gute Nachricht der Beiden ist: Sie geht vorbei. Die Schlechte: Sie trifft fast jeden.

Die meisten Menschen zwischen 40 und 50 haben eine Familie und einen geregelten Job. Doch genau das wird oft hinterfragt. Habe ich berufsmäßig schon alles erreicht? Hätte ich vielleicht noch ein Kind bekommen sollen? Zeigt meine Beziehung nicht zu viele Abnutzungsspuren? Die Betroffenen glauben oder realisieren, dass ihnen für die Verwirklichung gewisser Lebensträume und Ziele nicht mehr viele Möglichkeiten bleiben. Einige versuchen radikal ihre Situation zu ändern. Oft schaffen sich Männer teure Sportwagen an oder haben junge Freundinnen oder einfach beides. So hoffen sie, das Älterwerden kompensieren zu können. Frauen dagegen wissen oft in dem Alter um die 40, dass ihre biologische Uhr so langsam dem Ende entgegen tickt und die Familienplanung danach nicht mehr realisierbar ist. Und zuletzt kommt natürlich bei beiden Geschlechtern die langsame körperliche Veränderung. Frauen haben einen niedrigen Östrogenspiegel und kommen dadurch in die Wechseljahre und bei Männern sinkt der Testosteronspiegel. Muskeln schwinden, dafür nehmen Fett, graue Haare und Falten zu.

Auch gibt es Unterschiede zwischen Frauen und Männern. Frauen sprechen mehr über ihre Probleme oder die belastenden Fragen mit ihrer Familie, Freundinnen oder Psychologen. Bei Männern bricht die Krise oft wie ein Vulkan aus und sie versuchen alles zu ändern. Kündigen beispielsweise den Job oder verlassen die Partnerin.

Doch die Midlife Crisis muss nicht immer einen radikalen Bruch im Leben zur Folge haben. Ein reflektierter Umgang mit der Midlife Crisis kann viel bewirkten. Manchmal reicht es auch sich bei seinen Interessen umzuorientieren oder neu auszurichten. Es ist wichtig, sich in dieser Zeit mit seinem Leben und seiner Gefühlswelt ganz offen auseinander zu setzen. Sich seine Ziele und Träume im Leben bewusst zu machen und diese auch ganz aktiv zu planen und anzugehen. Es ist hilfreich, sich darauf vorzubereiten was in der Zukunft passieren wird, dass die Eltern eine Pflege brauchen werden und die Kinder demnächst ausziehen.

Sollten aber die depressiven Gedanken zu stark werden und sich durch heftige Stimmungseinengung, Antriebshemmung, innere Unruhe, Schlafstörungen über einen längeren Zeitraum gehen, kann es sich um eine psychische Erkrankung handeln. In diesem Fall sollte man seinen Arzt konsultieren und um eine fundierte Meinung bitten. Sollte ein stationäre Aufenthalt für die Behandlung der psychischen Erkrankung nötig sein, bieten die Heiligenfeld Kliniken für Patienten mit Depressionen, Angst- und Panikstörungen spezielle Behandlungskonzepte. Weitere Informationen zum Behandlungskonzept der Parkklinik Heiligenfeld finden Sie hier.

Literaturempfehlung

Buch MidlifeIst das denn schon alles? Kann ich nicht noch mal was ganz anderes machen, mich selber „neu erfinden“, oder soll es tatsächlich immer so weitergehen bis an mein Lebensende?
Mitten im Leben tauchen solche Fragen auf einmal auf. Lebensträume, Kontakte und Bindungen, Werte und Ansichten stehen dann auf dem Prüfstand. Das bisherige Leben wird in Frage gestellt, man sieht sich manchmal völlig auf sich selbst zurückgeworfen.
Einfühlsam und mit vielen praktischen, auf das alltägliche Leben bezogenen Tipps, Vorschlägen und Übungen hilft Jochen Jülicher in diesem Buch, „Schritt für Schritt und Tag für Tag“ neu leben zu lernen. Ein Buch aus der erlebten Praxis, eine Hilfe zur Selbsthilfe, kurzweilig und leicht lesbar und mit spezieller Aufmerksamkeit für Frauen und Männer in der Lebensmitte geschrieben. Sie finden das Buch im Buchshop Heiligenfeld.

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Marina Prieb

Marina Prieb

Marina Prieb ist für das Online-Marketing in den Heiligenfeld Kliniken verantwortlich und schreibt für den Blog und die Social Media-Kanäle.

2 Kommentare


  1. ein persoenlicher Kommentar ohne Kenntnis der empfohlenen Lektüre:
    eine Krise:
    ist immer eine grosse Chance fuer das Leben, fuer Veraenderungen im Leben. Sie laesst uns innehalten, zwingt uns, unser Leben anzuschauen, den status quo in Frage zu stellen, zu analysieren. Wo stehe ich? Warum befinde ich mich in einer Krise? Was hat mich in diese Krise hineingeführt? Lebe ich noch mich/mein SELBST oder werde ich gelebt?
    eine Krise:
    gibt mir die Chance, vom gewohnten Weg abzugehen, Neues auszuprobieren. Zunächst in Maßen, moechte ich doch das persoenliche Umfeld nicht vor den Kopf stossen. Alles, was gelebt wurde, als nicht mehr passend „wegzuwerfen“ waere wie eine Flucht fuer mich. Hat mich doch Vergangenes geprägt, reicht in die Gegenwart hinein
    eine Krise:
    eine Chance zum Neu-Beginn des Anders-Leben-Wollens, weil Lebendes nicht mehr stimmig ist, mit behutsamer Beschreitung des neuen Weges, an dem ich auch mir lieb gewordene Menschen teilhaben lassen möchte
    eine Krise:
    als liebevoller Abschluss des Vergangenen und hoffnungsvoller Beginn dessen, was gelebt werden moechte
    eine Krise:
    loslassen, was war und nicht mehr stimmig ist, spüren, was ist und sowohl jetzt als auch in der Zukunft gelebt werden möchte. Mit sanften Schritten den neuen Weg beschreiten, die noch ungelebten Traeume leben. Auf dem Weg sein – das Leben leben wie ich es mir wünsche, es bewusst gestalten. Das Aelterwerden als Akt der Befreiung von notwendigen Pflichten zu sehen – so sehe ich es fuer mich als 55 Jahre alte Frau und Mutter von 4 erwachsenen Kindern, denen ich in der Vergangenheit gern eine konstante und zuverlaessige Wegbegleiterin war, fuer deren Wohlergehen ich meine eigene Entwicklung gern in den Hintergrund stellte, die aber nun Prioritaet geniesst. Ich sehe mit grosser Freude und Kreativitaet meiner zweiten Lebenshaelfte entgegen, an deren Ende der physische Tod stehen wird.
    Mit guten Wuenschen fuer all die Menschen, die gerade eine Krise durchleben,
    Zuzanna Heinrich

    Antworten
    1. Marina Prieb

      Liebe Frau Heinrich,
      vielen Dank für Ihren authentischen und persönlichen Kommentar zu der Krise mitten im Leben.

      Alles Gute für Sie.

      Antworten

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