Gesund älter werden – Psychosomatische Erkrankungen im Alter

Eintritt ins Rentenalter, nachlassende Leistungsfähigkeit, Verlust der Lebensaufgabe oder der Tod des geliebten Partners: Das alles können Erlebnisse sein, die dem Leben eine unangenehme Wendung geben können und Betroffene vor eine große Herausforderung bei der Verarbeitung stellen.

Mit zunehmendem Alter können solche Veränderungen so einschneidend sein, dass sich daraus eine psychische Erkrankung, wie z. B. eine Depression entwickeln kann. Vor allem Verlusterlebnisse, zu denen auch die Aufgabe des beruflichen Lebens gehört, stellen viele „Neu-Pensionäre“ vor eine große Herausforderung. Schließlich gab einem der Beruf einen geregelten Tagesablauf und eine sinnvolle Aufgabe vor. Auch weitere private Veränderungen, wie der Tod eines geliebten Menschen, wie z. B. des Lebenspartners, können die eigene Lebenszuversicht erschüttern, und das sich oft breitmachende Einsamkeitsgefühl kann schwer auf der Psyche lasten.

Frau erholt sich in der abendlichen Sonne

Suche nach dem Sinn
Nicht selten führen solche einschneidenden Erlebnisse zu einer Sinnkrise im eigenen Leben. „Was will ich hier auf der Welt? Was ist noch meine Aufgabe? Hat das alles noch einen Sinn? sind nur einige Fragen, die dann auftauchen können“, erklärt Dr. med. Bernd Donnerhack, Leitender Arzt der Rosengarten Klinik Heiligenfeld in Bad Kissingen. Doch eine rasche und einfache Beantwortung dieser Fragen ist häufig für die Betroffenen nicht möglich und verstärkt damit die Verzweiflung.

Rückzug aus dem Leben
All diese Erlebnisse und Fragen können eine psychische Erkrankung begünstigen, die alleine nicht mehr bewältigt werden kann. Doch wie bemerkt man bei Angehörigen oder sich selbst eine beginnende psychische Erkrankung? Wichtig dabei ist, dass man sich selbst und seinen Angehörigen gerade nach schwierigen Lebenssituationen Beachtung schenkt, und bemerkt, dass ein Angehöriger antriebslos ist und Aktivitäten, die ihm früher Freude bereitet haben, nicht mehr ausführt. Auch wenn zunehmend Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen auftreten, also keine Bücher oder längere Texte mehr gelesen werden, kann dies ein Warnhinweis sein.

Die häufigsten psychischen Krankheiten bei älteren Menschen sind Depressionen oder Angststörungen. Hellhörig sollte man werden, wenn Interessenverlust einsetzt, Schlafstörungen überhand nehmen und sich die Angehörigen immer mehr aus dem Kontakt zu anderen Menschen zurückziehen. Wenn man diese Krankheitszeichen bei sich selbst oder einem Angehörigen bemerkt und man sich aber nicht sicher ist, kann man sich an den Hausarzt oder einen Psychosomatiker oder Psychiater in der Nähe wenden. Werden sie erkannt, sind psychische Erkrankungen auch bei älteren Menschen gut behandelbar und der Erkrankte selbst und seine Angehörigen profitieren von einer deutlich besseren Lebensqualität.

Gute Behandlungsmöglichkeit
Psychische Erkrankungen können entweder ambulant oder stationär im Rahmen einer Psychotherapie behandelt werden. In der Rosengarten Klinik Heiligenfeld gibt es ein spezielles stationäres Behandlungsprogramm, das eigens auf die Bedürfnisse von älteren Menschen zugeschnitten ist. Die Betroffenen lernen während der Therapie wieder auf die eigenen Bedürfnisse zu hören und die eigenen Fähigkeiten zu nutzen. Es geht außerdem um die Entwicklung neuer Lebensstrukturen und den Aufbau positiver Aktivitäten. Weitere wichtige Inhalte sind die Aktivierung eigener Bewältigungsstrategien als Hilfe, mögliche chronische Krankheiten bewusst akzeptieren zu lernen. Im stationären Aufenthalt kann auch an der Klärung von langjährigen Konflikten, z. B. mit den eigenen Kindern oder dem Lebenspartner gearbeitet werden. Das Ziel der Therapie ist es, dem Betroffenen zu ermöglichen, alte und neue Interessen wiederzuentdecken und erneut die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.

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Kathrin Schmitt

Kathrin Schmitt

Kathrin Schmitt ist Kommunikationsmanagerin und seit 2009 bei den Heiligenfeld Kliniken unter anderem für den HeiligenfeldBLOG verantwortlich. Schreiben gehört zu ihren größten Leidenschaften.

4 Kommentare


  1. Ich finde es immer wieder wichtig sich schon frühzeitig mit der Sinnfindung und dem Alt werden zu beschäftigen. In dem Zusammenhang kann ich das Buch von a https://www.leben-im-goldenen-wind.de empfehlen, beschäftigt es sich doch gerade mit diesen Problemstellungen.

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  2. Kathrin Schmitt

    Liebe Rosa,
    vielen Dank für den Buchtipp!
    Wir freuen uns sehr, wenn Sie hier in unserem Blog ab und zu mal vorbei schauen.
    Herzliche Grüße
    Kathrin Schmitt

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  3. Hallo
    Ich heiße Michael ich beschäftige mich jeden Tag mit dem Tod,ich weiß nicht warum,viel leicht habe ich extreme Angst da vor,ich habe schon einige Menschen verloren die ich gerne hatte,musste damals auch eine Therapie machen die mir sehr geholfen hat und ich heute da besser mit umgehen kann,es trifft auch sehr oft jüngere Menschen,die unter Angst Störungen leiden,das hat nicht immer was mit dem Alter zu tun.
    Gruß: Michael

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    1. Kathrin Schmitt

      Hallo Michael,
      vielen Dank für Ihren Kommentar. Sie haben Recht, auch jüngere Menschen beschäftigen sich mit dem Thema der eigenen Endlichkeit und der der anderen Menschen. Vor allem nach Verlusterfahrungen ist dieses Thema häufiger präsent. In unserem Beitrag haben wir die Erfahrungen aus der Therapie von älteren Menschen mit Depressionen beschrieben, die wir hier vor allem in unserer Rosengarten Klinik erleben. Nach der Therapie ist es den Patienten meist möglich, wieder am normalen Leben und Alltag teilzuhaben, ohne ständige Angst. Dasselbe gilt natürlich auch für jüngere Menschen.
      Viele Grüße
      Kathrin Schmitt

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