Krebs – vom Altertum bis zur modernen Krebstherapie

Krebszelle_Heiligenfeld„Wenn du die Zeichen eines Tumors entdeckst, dann weißt du, es ist eine Krankheit, um die du dich nicht zu kümmern brauchst – es gibt keine Behandlung“
(Ägyptischer Papyrus um 1500 v.Chr.).

Dieses 3500 Jahre alte Dokument belegt eindrucksvoll, dass Krebs die Menschheit schon lange begleitet. Zellveränderungen (lat. Mutationen) sind  ein Lebens- und Entwicklungsprinzip – ohne Zellveränderungen wäre keine Artenvielfalt im Pflanzen- und Tierreich, keine menschliche Weiterentwicklung zum Homo sapiens möglich gewesen. Mutationen können aber auch negative Auswirkungen haben, zu Krankheiten (z. B. Krebs, Mucoviszidose) und zum Tod führen. Krebs tritt bei Mensch, Tier und Pflanze gleichermaßen auf.

Das Lebenszeitrisiko für Krebs ist erheblich. Es beträgt derzeit für Männer 51 % und für Frauen 43 %. Jeder Mensch hat aber die Möglichkeit, selbst etwas zu einer geringeren Krebswahrscheinlichkeit beizutragen. Schutzeffekte sind für einen gesunden Lebensstil nachgewiesen wie für gesunde Ernährung mit viel Gemüse und Salat, wenig rotes Fleisch, wenig Alkohol, nicht rauchen, viel Bewegung, keine Sonnenbäder. „Mit diesen einfachen Maßnahmen lässt sich das persönliche Krebsrisiko bis zu einem Drittel senken“ (Prof. Dr. Schlimok, Präsident der Bayer. Krebsgesellschaft).

Dennoch sind jedes Jahr ca. 500.000 Menschen neu von Krebserkrankungen betroffen. Obwohl sich die Medizin von der therapeutischen Hilflosigkeit des Altertums längst entfernt hat, sterben derzeit noch 45 % der Krebspatienten an ihrem Krebsleiden (1). Das ist jedoch ein großer Fortschritt, wenn man bedenkt, dass vor 30 Jahren noch etwa 2/3 der Krebspatienten ihrem Tumorleiden erlegen sind (2). Einen wesentlichen Beitrag leistet die regelmäßige Teilnahme an Krebsfrüherkennungsuntersuchungen. Sie führt dazu, dass ein Krebsleiden in einem frühen Stadium entdeckt und behandelt werden kann. Die Überlebenschancen steigen dadurch beträchtlich. In der Krebstherapie werden seit langem schon Operation, Chemotherapie und Bestrahlung angewendet. Neue Verfahren wie Laser-, Hitze- und Kältebehandlungen sind bestimmten Krebsarten (z. B. Haut, Speiseröhre, Prostata) vorbehalten, während antihormonelle Medikamente zum Standardrepertoire der Behandlung von gynäkologischen Krebsarten und des Prostatakrebses im fortgeschrittenen Stadium gehören. In den letzten Jahren wurden zunehmend gezielt Medikamente entwickelt, die sich gegen bestimmte Oberflächenrezeptoren einer Krebszelle richten (Targettherapie).

Stationäre Rehabilitation in der Luitpoldklinik Heiligenfeld

Solche Entwicklungen sind nur möglich geworden, nachdem Molekularbiologie und Zytogenetik die Grundlagen zum besseren Verständnis der intrazellulären Informationsweitergabe (Signalwege) und der interzellulären Kommunikation geschaffen haben. Durch die gezielte Bindung an krebsspezifische Oberflächenstrukturen können auf verschiedene Weise Medikamente, Toxine, Strahlenquellen, Antikörper u. a. auf die Krebszelle einwirken, Signalwege hemmen und dadurch die Zellteilungsrate reduzieren. In der Folge verlangsamt sich das Krebswachstum oder die Krebszelle stirbt so gar ab. Nach der anstrengenden Tumortherapie ist eine stationäre Rehabilitationsmaßnahme das geeignete Verfahren, um wieder zu Kräften zu kommen. Ein Aufenthalt in der Luitpoldklinik Heiligenfeld mit kompetenter medizinischer und physiotherapeutischer Betreuung ist hierfür hervorragend geeignet.

Literaturnachweis:
1) Deutsche Krebshilfe, Jahresbericht 2014
2) Statistisches Bundesamt 2013

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Dr. Frank Doht-Rügemer

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2 Kommentare


  1. Wünsche allen Menschen die mit Krebs zu kämpfen haben viel Kraft und Gesundheit.

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  2. Interessant, das man schon im alten Ägypten von Krebs wusste! Ich und eine Freundin schreiben gerade eine Hausarbeit über Krebsbehandlung. Besonders interessant finde ich dabei den Geschichtlichen Aspekt, den wollen wir genauer ausarbeiten.

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