„LehrKRAFT“ gewinnen und bewahren

how to solve a problemHerausforderungen – Erwartungen im Lehrerberuf
Gesicherte Position, Ferien, Fachroutine, guter Verdienst… Oberflächlich betrachtet scheint der Lehrerberuf ein leichtes. Wer genauer hinschaut wird allerdings feststellen, dass Lehrerinnen und Lehrer im Schulalltag wesentlich mehr Herausforderungen zu bewältigen haben, als dies von außen betrachtet den Eindruck erweckt. Als Stressoren schildern Lehrkräfte immer wieder vor allem organisatorische und soziale Besonderheiten wie zum Beispiel:

  • Schulsystem im Allgemeinen
  • Fehlende Einflussmöglichkeiten
  • Immer kürzer werdende Veränderungsintervalle
  • Heterogenität, Menge und Art der Aufgaben (Multitasking)
  • Häufige Vertretungen u. a. auch fachfremd
  • Einzelkämpfertum, mangelnde Unterstützung und Wertschätzung
  • Gestiegene Anforderungen und Erwartungen von Schülern, Eltern, Schulamt etc..
  • Fehlende bzw. Art der Kommunikation in der Schule, im Kollegium
  • Fehlende Ressourcen

Hinzukommt noch die persönliche Veranlagung. Häufig gibt es z. B. einen eigenen, (zu) hohen Anspruch an die eigene Lehrerpersönlichkeit (Perfektionismus).

Wirkung – Folgen
Natürlich wirken nicht immer alle Themen für jeden gleich. Dennoch ist feststellbar, dass die Zahl der Burnout-Fälle im Lehrerberuf seit Jahren steigt. Unterschiedliche Studien haben ergeben, dass gerade mal 10 – 20 % der Lehrer mit 65 in Rente gehen. 50 – 60 % gehen im Durchschnitt 10 Jahre früher und davon gut die Hälfte aufgrund psychosomatischer Erkrankungen. Der Rest entscheidet sich für die Frühberentung ab 62 (Quellen: U.a. Weber, Weltle & Lederer).

Dennoch stellen wir auch fest, dass Menschen durchaus gute Strategien finden, um mit diesen Begleitumständen des Lehrerberufs gut zurechtzukommen. Ja sogar ihre Freude am Beruf zurückgewinnen oder lernen, neue passendere Wege zu gestalten.

Voraussetzungen für wirkungsvolles Handeln – eigene K R A F T !
Die Wirkung auf einen Menschen ist immer das Resultat des Wechselspiels zwischen den äußeren Umständen und der eigenen Persönlichkeitsanteile. Menschen die „ausbrennen“, sehen sich oft hilflos dem System ausgeliefert. Das Ziel ist, die Bereiche zu identifizieren, die ich beeinflussen kann um dann dort meine Energie hinzulenken. Also handlungsfähig zu werden.

Aber es gilt, wer einen Marathon in den Beinen hat, tut sich schwer am darauf folgenden Tag einen Berg zu besteigen, um die Aussicht zu genießen

Menschen, die erschöpft sind, wird es also nur schwer gelingen tief greifende Neuerungen anzupacken. So ist das erste Ziel Regeneration, KRAFT (zurück-) gewinnen. Nur dann werden Lösungen, die zum Erhalt der eigenen Lebensenergie dienen, sichtbar und machbar.

Wie sieht die perfekte Lösung aus?
In unserer langjährigen Erfahrung mit Burnout-Patienten zeigt sich immer wieder, dass es diese eine für alle passende Lösung nicht gibt. Jeder Mensch ist ein Individuum und einzigartig. Was wiederum auch bedeutet, dass jeder Mensch über besondere, eigene Ressourcen verfügt. Diese gilt es zu entdecken, weiterzuentwickeln und zu nutzen.
Bei der Suche nach Orientierung und Inspiration können Erfolgskonzepte anderer sehr hilfreich sein. Z. B. ist erkennbar, dass widerstandsfähige Menschen sehr wirksame Eigenschaften entwickelt haben, die wir zusammengefasst unter dem Begriff Resilienz kennen (hier mehr dazu). Herauszufinden, was nun zu einem passt, was man sogar schon hat und weiterentwickeln kann, das ist dann die Aufgabe eines jeden einzelnen.

Was also tun, wenn meine Kraft erschöpft ist?
Einen guten Ort zur Erholung finden und Menschen, die unterstützen, wäre ein guter Anfang. Wenn im Anschluss das gleiche Umfeld auf unverändertes Verhalten trifft, würde das allerdings bei einem Burnout leider nicht ausreichen. Es geht immer auch darum, Schlüsse aus den Erfahrungen zu ziehen und wirksame Konsequenzen zu entwickeln.

Grob können wir 4 Phasen beschreiben, die zur positiven Entwicklung beitragen.
1-Erholung      (Kraft/Energie gewinnen)
2-Reflexion     (Bedürfnisse ermitteln, Ressourcen identifizieren)
3-Gestaltung   (Ziele definieren, Wege kreieren)
4-Anwendung (Machen!)

Methoden, die o. g. Phasen gestalten, gibt es viele. Es ist daher absolut hilfreich, in den Dialog mit jemand anderen zu gehen oder sich hierzu kompetente Unterstützung zu holen. Oft ist das gerade die große Hürde. Aber gleichzeitig auch eine große Erleichterung, wenn diese genommen ist.
Was aber, wenn es so nicht mehr geht, ich schon vieles versucht habe?

25 Jahre Heiligenfeld – ein guter KRAFT-Ort!
Sollte die Kraft nicht mehr ausreichen, eigeninitiativ Lösungen zu finden und anzupacken, so bieten die Heiligenfeld Kliniken einen guten Ort dafür. Seit 25 Jahren ist hier ein bewährter Platz für Erholung, Verständnis, Begegnung, Inspiration, Aufbruch uvm. Menschen finden in Heiligenfeld Unterstützung bei der Suche nach machbaren Wegen zu einem guten Leben.
Ein ganzheitliches Behandlungskonzept schließt Besonderheiten des Lehrerberufs bei Bedarf mit ein. Verschiedene therapeutische Angebote stehen zur Verfügung, um der individuellen Persönlichkeit der ratsuchenden gerecht zu werden. Es gibt einen psychotherapeutischen Fokus, aber gleichzeitig wird auch Wert auf das Erfahren von hilfreichen Kompetenzen in der Berufsausübung gelegt. Der Mensch und seine Anliegen steht bei uns im Mittelpunkt und dabei helfen bestens ausgebildete und sensible Therapeutinnen und Therapeuten. Weitere Informationen zum Behandlungskonzept der Parkklinik Heiligenfeld für Lehrerinnen und Lehrer finden Sie unter: www.lehrer.heiligenfeld.de oder per E-Mail an andreas.dorsch@heiligenfeld.de.

 

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