Symposium „MITeinander in der Schule“

006 KopieUnter dem Motto „MITeinander in der Schule“ haben wir vor kurzem Lehrerinnen und Lehrer zum gemeinsamen Diskurs in die Akademie Heiligenfeld eingeladen. Ziel unseres Symposiums war es, anhand von Vorträgen und Workshops Impulse zu geben, um zur aktiven Gestaltung einer lebendigen, starken Lehrer- und Schulgemeinschaft anzuregen.

„Highlight“ der Veranstaltung waren die beiden Vorträge von Otto Herz, Reformpädagoge, Psychologe, Autor, ehem. Bundesvorsitzender der gemeinnützigen Gesellschaft Gesamtschule und Margret Rasfeld, Schulleiterin der Evangelischen Schule Berlin Zentrum und Mitbegründerin der Initiative ‘Schule im Aufbruch’.

Außerdem haben wir in gemeinsamen Workshops das Motto des Symposiums noch einmal vertieft und uns mit unterschiedlichen Fragestellungen auseinandergesetzt.

Otto Herz machte den Auftakt der Veranstaltung und erläuterte in seinem Vortrag den Vorteil von Kooperation anstatt Konkurrenz in Bildungseinrichtungen. In diesem Zusammenhand führte er die Auswirkungen daraus auf die Gestaltungsfähigkeit auf. Anhand ausgesuchter Beispiels verdeutlichte er, wie Eltern, Schüler und Pädagogen zusammenarbeiten können und man gemeinsam für sinnvolle Ziele eintreten könne.

Im Anschluss übernahm Magret Rasfeld das Wort. Zusammen mit ihrer Schülerin Jamila Tressel behandelte sie das Thema „Mut zum Aufbruch! Ein Paradigmenwechsel“. Der Inhalt ihres Vortrags appellierte an das Beschreiten neuer Wege in Bildungseinrichtungen, wie von ihr selbst überaus erfolgreich praktiziert.

Beide Vorträge – die von den persönlichen Erfahrungen der Referenten maßgeblich geprägt waren – fanden großen Anklang unter den Teilnehmern.

Bevor die Teilnehmerinnen und Teilnehmer anschließend selbst „an die Arbeit“ gingen, hatten sie noch die Gelegenheit, ihre ersten Eindrücke bei einem Kaffee auszutauschen. Dann hieß es „Auf in die Workshops!“. Zur Auswahl standen: „Schule im Aufbruch in der Praxis“ unter der Leitung von Marget Rasfeld, und „Kommunikation – Spiegel des Miteinander“ von Andreas Dorsch, Gesundheitsreferent der Heiligenfeld Kliniken.

Margret Rasfeld startete ihren Arbeitskreis – auch hier unter der Assistenz ihrer Schülerin – mit einer Körperübung zum Thema Mut. Anschließend leitete sie in eine Diskussion rund um Fragen zur praktischen Umsetzung der Lern- und Schulkultur über, wie sie es selbst in ihrer Schule der Evangelischen Schule Berlin Zentrum praktiziert. Schwerpunkte bildeten hierbei Bausteine des Schulkonzeptes und Organisation des Lernens, Eigenmotivation der Schüler sowie die praktische Umsetzung in den Lernbüros und verschiedene Projekte wie „Herausforderung“,  „Bildung meets Business“, „Schüler schulen Lehrer“.

Andreas Dorsch griff in seinem Vortrag den Aspekt der Kommunikation auf. In diesem Zusammenhang ging er der Frage nach, wie gute Kommunikation gelingen könne und was die Grundlage dafür sei. Der Fokus richtete sich dabei auf die „dialogische Haltung“, also Wahrnehmung, Intention und Interpretation der Botschaft.

Nach dieser Arbeitseinheit sammelten die Lehrerinnen und Lehrer bei einem Mittagessen neue Kraft und machten sich danach an den nächsten Workshop, dieses Mal geleitet von Otto Herz bzw. Helga Köhler, Diplom-Pädagogin und Therapeutin in den Heiligenfeld Kliniken.

Otte Herz eröffnete seinen Arbeitskreis mit einer gemeinsamen Reflexion zu Beispielen, was eine gute Schule ausmache. Grundlage hierfür bildet das von ihm erstellte „ABC der guten Schule“: Die einzelnen Buchstaben stehen jeweils für einen Aspekt, was eine lebendige Schule auszeichnet. So steht etwa der Buchstabe „R“ für Räume, um Ruhe zu schaffen. „M“ hingegen repräsentiert „das Mehren von Mitmenschlichkeit“. Außerdem hatten die Lehrerinnen und Lehrer die Möglichkeit, Spannungsfelder aufzuzeigen. Diese wurden anschließend gemeinsam diskutiert wurden, um praktische Lösungsansätze zu entwickeln.

Helga Köhler führte die Teilnehmer ihres Workshops „Verstehen – Vertrauen – Verbinden körperlich erleben“ anhand körperbezogener Elemente in eine andere Form der Wahrnehmung und eröffnete auf diese Weise die Möglichkeit, neue Blickwinkel über sich und die eigene Umwelt zu gewinnen.

Gegen späten Nachmittag endete der Workshop – zwar mit erschöpften Lehrerinnen und Lehrern, aber auf jeden Fall um viele wertvolle Erfahrungen und Informationen reicher.

Das Symposium „MITeinander in der Schule“ hat gezeigt, dass das Interesse von Pädagoginnen und Pädagogen neue Wege in Struktur und Konzeption von Bildungseinrichtungen zu beschreiten, größer denn je ist und in Zukunft sicherlich noch mehr an Bedeutung gewinnen wird – und wir uns diesem Thema in Zukunft noch mehr widmen werden!

Ihnen gefällt dieser Beitrag? Dann freuen wir uns über eine Empfehlung in Ihr soziales Netzwerk!

The following two tabs change content below.
Tanja Dihn

Tanja Dihn

Tanja Dihn ist Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und schreibt als Autorin unter anderem für den HeiligenfeldBLOG

1 Kommentar


  1. Mir gefällt die Idee des „ABC der guten Schule“ und „Schüler schulen Lehrer“. Im Dialog zwischen Schülern und Lehrern sowie Lehrern und Schülern liegt ein hohes Entwicklungspotential. Zu selten werden die Schüler gefragt: was wollt ihr? was braucht ihr? wie stellt ihr euch einen gut funktionierenden Dialog vor?
    Was brauchen die meisten Lernenden? Das Gefühl wahrgenommen zu werden in ihrer Persönlichkeit, ihren Interessen, ihren Sorgen und Nöten, in den Hindernissen auf dem Weg; das DU, das dem ICH gegenübersteht. Meiner Meinung nach hungern unsere Schüler nach Vorbildern, nach Menschen, die ihnen auf ihrem Weg ins Leben unterstützend helfen, die Gewissheit des Fallen-Dürfens und dennoch Getragen-Seins, Hinweise des Blickes und Entdeckens alles Schönen und Lebendigen im Leben, das ebenso existiert wie all das Grauenvolle, Kriegerische, dem oft die meiste Aufmerksamkeit nicht nur in den Medien sondern auch aus der Erwachsenenwelt entgegengebracht wird. Sie brauchen sinnvolle Grenzen, die Schutz geben. Und sie brauchen v.a. das Wichtigste: reine, wahrhaftige Liebe, die an nichts gebunden ist (mein schönstes Kompliment bekam ich vor drei Jahren von einem meiner 4 erwachsenen Kinder; demjenigen, den zu führen es am Schwierigsten war: Mama/Mutter, ein jeder von uns hat dir das Leben schwer gemacht, dich permanent herausgefordert, dich an die Grenzen des Erträglichen gebracht. Ich danke dir dafür, dass wir immer um deine Liebe wussten, gleich, was wir wieder einmal angestellt hatten… Nichts im Leben hat mich tiefer berührt als diese Worte).

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.