Tierbegleitete Therapie – aus der Sicht eines Hundes

In der Parkklinik Heiligenfeld kommt ein innovatives Behandlungskonzept „tierbegleitete Therapie“ zur Verbesserung der Selbststeuerung, Lebensführung und Linderung der psychosomatischen Krankheiten von Tierbesitzern zur Anwendung: Seit Mai 2014 stehen 27 spezielle Behandlungsplätze für privatversicherte Patienten zusammen mit ihren Tieren – vornehmlich Hunden – zur Verfügung. Die Hundebesitzer sind begeistert und nehmen dieses Angebot gerne an. Aber wie sieht es mit den Tieren aus?

Wir konnten Jimmy, einen vierjährigen Schäferhundrüden, zu einem Interview gewinnen:

Schäferhundrüde Jimmy - tierbegleitete Therapie
Hund Jimmy berichtet von seinem Aufenthalt in der Parkklinik Heiligenfeld und der tierbegleiteten Therapie.
Hallo Jimmy! Wie gefällt es dir hier in der Klinik?

Mir gefällt es hier gut. Mein Herrchen war schon mal im Krankenhaus und da musste ich wochenlang zu fremden Leuten. Hier können wir zusammen bleiben. Außerdem finde ich es super, dass noch andere Hunde da sind und man sich auf uns Tiere einstellt. Ich war schon mal mit meinem Herrchen im Urlaub in einem Hotel, aber da war ich der einzige Hund. Hier haben sie sogar eine eigene Hundedusche und extra eine Hundeküche, damit mein Herrchen auch mal ganz speziell für mich etwas kochen kann.

Was machst du denn während der Zeit, in der dein Herrchen Therapie-Termine hat?

Das ist ganz unterschiedlich: manchmal warte ich im Zimmer und ruhe mich aus. Oft gehe ich auch mit anderen Patienten, denen mein Herrchen mich anvertraut, ins Freie. Es wird auch ein „Gassi“-Service angeboten, den wir nutzen dürfen. Außerdem gibt es hier sogar spezielles Spielzeug für Hunde, damit es mir nicht langweilig wird. Zu manchen Einzeltherapien darf ich auch mitgehen.

Was passiert denn in so einer Therapiestunde?

Da sind dann mein Herrchen und ein Therapeut. Wenn ich dabei sein soll, besteht die Möglichkeit, dass auch eine Tierkommunikationstrainerin dazukommt. Dann sprechen sie alle miteinander, manchmal auch mit mir. Es ist ganz interessant, auch wenn ich nicht alles verstehe.

Hat sich im Umgang deines Herrchens mit dir etwas verändert seit ihr hier seid?

Ja, ich finde schon. Er ist ruhiger geworden und auch geduldiger mit mir, wenn ich mich wie ein Hund verhalte. Unsere Beziehung hat sich verändert: Er versteht mich besser als vorher. Er lernt hier, wie er die Signale, die ich ihm gebe, besser deuten kann. „Achtsamkeit“ nennt man das, glaube ich, in der Therapiesprache.

Hat sich bei dir selbst auch etwas verändert?

Ich merke das ja selbst nicht so, aber mein Herrchen meint, ich sei weniger schreckhaft als vorher. Ich bin wohl auch ruhiger geworden und belle auch weniger – ich finde, es ist nicht mehr nötig, weil mein Herrchen besser darauf achtet, was ich brauche. Dadurch fühle ich mich sicherer – das ist ein schönes Gefühl.

Jimmys Hundeinstinkt trügt ihn nicht: tatsächlich wird bei der Therapie ganz gezielt auch das Verständnis für die Tierpsychologie geschult. Am Ende des stationären Aufenthalts wird dann im Abschlussgespräch die Veränderung in der Beziehung zwischen Mensch und Tier reflektiert und in der Nachsorge unterstützt.

Weitere Fragen an Jimmy können Sie gerne stellen. 🙂

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Jutta Wittmann

Jutta Wittmann

Jutta Wittmann ist als Diplompsychologin in der Marketingabteilung der Heiligenfeld Kliniken. Sie ist zuständig für die Koordination der Zusammenarbeit mit den Psychotherapeuten und Ärzten der Klinik und für die fachspezifische Bearbeitung von Texten. Weitere Informationen zu den einzelnen Autoren finden Sie auch unter dem Menüpunkt "Über den Blog und seine Autoren".

6 Kommentare


  1. Wird es die Möglichkeit einer Tierbegleitenden Therapie denn auch mal für Kassenpatienten geben?
    Und wie schaut es denn mit Assistenzhunden aus? Ich hab nämlich einen Assistenzhund, komme aus Österreich und war, bevor ich den Hund hatte, schon mal in der Fachklinik zur Therapie. Die Parkklinik zahlt meine Krankenkasse nämlich nicht.

    mfg. Klara Zösmayr

    Antworten
    1. Kathrin Schmitt

      Liebe Frau Zösmayr,
      vielen Dank für Ihren Kommentar und Ihre Frage. Da wir dieses Therapieprogramm noch nicht so lange etabliert haben, sind wir noch in der Entwicklungsphase. An Ihrer Anregung, das Programm auf gesetzlich versicherte Patienten auszuweiten, wird derzeit auch schon gearbeitet. Momentan ist es so, dass das Therapieprogramm der Tierbegleiteten Therapie mit dem eigenen Tier den Patienten der Parkklinik Heiligenfeld zur Verfügung steht und die Reha-Patienten der Rosengarten Klinik Heiligenfeld auch Angebote des Therapieprogramms nutzen können (z. B. die Indikationsgruppe, die immer samstags stattfindet sowie die Selbstzahler-Angebote der Tierkommunikations- und Hundetrainerin). In der Fachklinik Heiligenfeld haben wir derzeit aus verschiedenen Gründen noch keine Tierzimmer eingerichtet. Wir prüfen gerade, ob die Einrichtung solcher Zimmer sinnvoll wäre und erheben den Bedarf bei den Patienten. Sobald es hierzu Neuigkeiten gibt, werden wir diese über unsere Internetseite und die sozialen Medien bekannt geben.

      Für die individuelle Auskunft zu einer Aufnahme mit Assistenzhund möchte ich Sie bitten, mit unserer Aufnahmeabteilung Kontakt aufzunehmen. Sie erreichen die Kollegen unter 0971 84-0. Vielen Dank.

      Herzliche Grüße
      Kathrin Schmitt

      Antworten

  2. Ich finde das immernoch eine sehr gute Idee- auch weil ich vorher häufig erlebt habe, wie stressig ein Aufenthalt für Hundehalter war (das Angebot die mitzubringen besteht ja schon länger) und dass auf die erhöhte „Belastung“ (Zeitaufwand,…) eher nicht eingegangen wurde.
    Etwas verwirrend finde ich grade, dass die Hunde auch zu Einzelgesprächen mitkommen können. Nicht weil das nicht sinnvoll wäre, ganz im Gegenteil, aber weil ich mir da Gedanken um Allergiker/innen mache, von denen es ja nicht wenige gibt. Deswegen gehe ich jetzt erstmal davon aus, dass diese Gespräche mit Hund nicht in den normalen Therapieräumen stattfinden?!

    Viele Grüße

    Antworten
    1. Kathrin Schmitt

      Liebe Katharina,

      danke für Ihr positives Feedback! Die Hundebesitzer sind mit ihren Tieren in der Residenz der Parkklinik Nord untergebracht. Das ist ein eigenes Gebäude für unsere Patienten mit Hund bzw. Tier, sodass die anderen Patienten, die ggf. allergisch sind, kaum mit den Hunden in Kontakt kommen. Der Zutritt zu den Speisesäalen ist für die Hunde z. B. nicht gestattet. In der Regel finden die Therapien, in denen die Tiere dabei sind, in speziellen Räumen statt. Allerdings werden alle Räume regelmäßig gereinigt und sind so ausgestattet, dass es bisher noch keinerlei Beschwerden von Allergikern gab.

      Viele Grüße
      Kathrin Schmitt

      Antworten

  3. Ich moechte gerne bei ihnen eine st.therapie machen in begleitung meines hundes, welche kosten kommen auf mich zu?

    Antworten
    1. Sophie Ritter

      Liebe Frau Grothues,
      es freut uns sehr, dass Sie sich für unsere Klinik interessieren!
      Bitte melden Sie sich doch einmal in unserer Aufnahmeabteilung, Sie erreichen Sie unter 0971 84-0.
      Die Kollegen werden Ihnen gerne alle Ihre Fragen zur Aufnahme beantworten.
      Alles Gute für Sie!

      Liebe Grüße,
      Sophie Ritter

      Antworten

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