Von Berufs wegen traumatisiert

Traumatische Erfahrungen und kritische Ereignisse in der persönlichen Lebensgeschichte bringen die Menschen oft an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Solche Traumen haben nachhaltige negative Auswirkungen auf die Gesundheit.

Menschen, die in ihrem Beruf bei traumatischen Ereignissen die Rolle des Helfers oder Berichterstatters einnehmen, erleben solche Situationen häufig. Die Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten, aber auch Ärzte, Pflegepersonen oder Journalisten sind zwar einerseits durch ihre Ausbildung und Erfahrung geschult, mit extremen, nicht alltäglichen Situationen umzugehen, sind aber nicht dagegen gefeit, aus solchen Erlebnissen psychische Verletzungen davonzutragen. Kritische Ereignisse haben die Qualität eines starken Stressors und auch für überdurchschnittlich belastbare Menschen ist es normal, nach solchen nicht alltäglichen Ereignissen Belastungsreaktionen zu zeigen.Für Menschen, für die die Bewältigung von kritischen Situationen zur täglichen Arbeit gehört, ist es oft schwer zu erkennen, ob Erschöpfung und schwindende Belastbarkeit auf „normalen“ Arbeitsstress zurückzuführen sind, oder ob es sich dabei um die Folgen traumatischer Erlebnisse handelt.

Eine voll ausgeprägte oder auch partielle Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) beeinträchtigt das persönliche wie auch das soziale Leben der Betroffenen stark und führt oft dazu, dass der Beruf nicht mehr adäquat ausgeübt werden kann. Die typischen Symptome sind:

  • immer wiederkehrende belastende Gedanken und Bilder
  • Konzentrationsstörungen und Erinnerungslücken
  • Übererregtheitssymptome wie Schreckhaftigkeit und Schlafstörungen
  • Vermeidungsverhalten bezüglich bestimmter Situationen
  • emotionaler Rückzug, Teilnahmslosigkeit

Das komplexe Syndrom einer Posttraumatischen Belastungsstörung erfordert eine spezielle psychotherapeutische Behandlung, in der störungs- und berufsspezifische Aspekte berücksichtigt werden können. In vielen Fällen ist eine stationäre Therapie angezeigt.

Die Heiligenfeld Kliniken bieten ein integratives Behandlungskonzept an: Allgemein wirksame Therapieangebote werden verbunden mit individuellen Therapiemaßnahmen und speziellen Angeboten der Traumatherapie. Der Blickpunkt liegt hierbei auf ressourcenstärkenden Maßnahmen, wie imaginativen Verfahren, Körpertherapien oder erlebnisorientiertem Arbeiten.

Für Menschen mit beruflichen Traumatisierungen wird eine eigene störungsspezifische Gruppe angeboten. Hier haben die Teilnehmer die Gelegenheit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen und ihre Erfahrungen zu bearbeiten. Bei Problemen mit der beruflichen Identität und der Berufsrolle besteht eine spezielle Indikationsgruppe „Arbeitsleben“. Hier werden Arbeitsgrundfähigkeiten trainiert und die Arbeitsbelastbarkeit verbessert. Bei Bedarf wird durch den Sozialdienst unserer Kliniken auch eine individuelle Sozial- und Rehabilitationsberatung durchgeführt. Der Übergang in den Berufsalltag wird unseren Patienten durch Angebote zur Entlassvorbereitung, Nachsorgegesprächen wie auch der Vermittlung nachbetreuender Hilfen erleichtert.

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