Wenn Genuss nicht mehr ausreicht

Die Zeiten, in denen Suchterkrankungen als Randerscheinungen galten, gehören längst der Vergangenheit an. Allein die Alkoholabhängigkeit als am häufigsten auftretende Form betrifft laut Deutschem Roten Kreuz ungefähr 2,5 Millionen Deutsche.

Abhängigkeit und Individuation sind zwei Pole in unserer normalen persönlichen Entwicklung, die zum einen Vertrauen in Beziehungen und zum anderen Vertrauen ins eigene Selbst beinhalten. Sowohl bei stoffgebundenen Abhängigkeitserkrankungen, wie z.B. der Alkoholsucht, als auch bei nicht stoffgebundenen Abhängigkeitserkrankungen, wie z.B. der Spielsucht, ist diese Entwicklung mehr oder weniger schleichend entgleist. Oftmals entwickelt sich die Erkrankung unbemerkt über einen größeren Zeitraum hinweg. Resultat ist, dass Betroffene die Kontrolle über das Abhängigkeit erzeugende Mittel verlieren und es ungehemmt konsumieren. Der Grad zwischen Genuss und Sucht ist somit bei vielen sehr schmal.

Aufgrund des schleichenden Entstehungsprozesses einer Suchterkrankung wird sie von Außenstehenden oftmals lange nicht, oder zu spät bemerkt. Jedoch können dieGegen Suchterkrankungen Betroffenen selbst anhand bestimmter Symptome und Verhaltensweisen erkennen, ob sie Gefahr laufen eine Abhängigkeit zu entwickeln. In nahezu allen Fällen verspüren die Betroffenen ein sehr starkes Verlangen nach dem jeweiligen Suchtmittel. Dieser Drang wird als „Craving“ bezeichnet. Ein weiteres Kennzeichen ist der übermäßige, unkontrollierte Konsum des Mittels. Bei fortgeschrittenen Abhängigkeitserkrankungen kommt es zu Entzugserscheinungen wie beispielsweise Übelkeit und Zittern. Häufig geht die Abhängigkeit sogar so weit, dass die Betroffenen ihren gesamten Alltag nach der regelmäßigen Einnahme des Suchtmittels ausrichten.

Auswege – von der Selbsthilfe bis hin zum Klinikaufenthalt

Während es in frühen Stadien einer Suchterkrankung noch denkbar ist, durch Suchtberatungen, Selbsthilfegruppen oder ambulante Behandlung den Weg aus der Abhängigkeit zu finden, scheint dies zu späterem Zeitpunkt kaum noch ohne stationäre Behandlung möglich. Bei fachgerechter Durchführung einer stationären Behandlung haben fünfzig Prozent der sich in Behandlung begebenden Menschen Aussicht auf eine langfristig drogenfreie und gesunde Zukunft.

Die Parkklinik Heiligenfeld bietet hierfür seit 2010 ein ganzheitliches Behandlungskonzept. Die Patienten finden dort Schutz durch Abstinenzgebot und werden durch die therapeutische Gemeinschaft dabei unterstützt. Am Anfang der Therapie steht eine klärende Motivationsphase. Hier nehmen die Patienten mit Abhängigkeitserkrankungen an einer psychoedukativen Gruppe teil. In mehreren Sitzungen wird Wissen über die Erkrankung vermittelt und in praktischen Übungen vertieft. Anschließend nehmen die Betroffenen an einer Trainingsgruppe teil, in der ein Abstinenztraining durchgeführt wird. In zusätzlichen Einzeltherapiesitzungen werden ein lebensgeschichtliches Verständnis sowie die Einsicht in die bisherige Funktionalität des Suchtmittels erarbeitet. Die Patienten erlernen theoretisch und praktisch Bewältigungsmöglichkeiten, wozu beispielsweise die Vorbeugung von Rückfällen gehört. Im Leben nach dem Klinikaufenthalt erfahren die Betroffenen Unterstützung durch die Nachsorge, in der sie weiterhin in engem Kontakt mit der Klinik stehen.

Wichtigstes Ziel der Behandlung in der Parkklinik ist die Neu- oder Wiedergewinnung tiefster eigener innerer Werte wie Selbstbestimmung, Selbstheilung und Gesundheitsförderung.

Alle Informationen zum Behandlungskonzept für Abhängigkeitserkrankungen finden Sie auf der Seite der Parkklinik Heiligenfeld oder unter https://www.sucht.heiligenfeld.de

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Kathrin Schmitt

Kathrin Schmitt

Kathrin Schmitt ist Kommunikationsmanagerin und seit 2009 bei den Heiligenfeld Kliniken unter anderem für den HeiligenfeldBLOG verantwortlich. Schreiben gehört zu ihren größten Leidenschaften.

2 Kommentare



  1. Gerade bei der Spielsucht ist der Prozess sehr schleichend. Die Sucht entwickelt sich meist über Jahre. Dazu kommt noch die soziale Akzeptanz von Glücksspiel, sodass es meist zu spät ist, um noch rechtzeitig zu intervenieren. Selbsthilfe kann in vielen Fällen noch helfen, doch auch die muss erlernt werden. Eine stationäre Therapie ist im Grunde genommen nichts anderes, als ein begleitetes Erlernen von Selbsthilfe. Um so wichtiger ist es, dass es genug Fachpersonal gibt, denn immer mehr Menschen werden süchtig.

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